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Ceausescu-Residenz als Touristenattraktion: "Dekadenz ist der treffende Ausdruck"

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Ceausescu-Residenz als Touristenattraktion: "Dekadenz ist der treffende Ausdruck"

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Drei Monate nach ihrer Freigabe für die Öffentlichkeit hat sich die frühere Residenz des ehemaligen rumänischen Diktators Nikolae Ceausescu zu einer Touristenattraktion entwickelt. Der sogenannte Frühlingspalast in einem Nobelviertel der Hauptstadt Bukarest kann an Wochenenden von bis zu 500 Schaulustigen besucht werden.

Er war Mitte der sechziger Jahre nach den exakten Wünschen von Ceausescus Ehefrau Elena eingerichtet worden. Zum Innenleben gehören ein vergoldetes Badezimmer, Schwimmbad, Sauna und Solarium. Für die Bevölkerung des damals kommunistischen Landes entsprach die Einrichtung einem kaum vorstellbareren Luxus. Der Eintritt kostet zwischen sechs und elf Euro.

Der deutsche Urlauber Norbert Lendrich sagte während des Rundgangs::

“Ich glaube, es war eine gute Idee, den Palast für die Öffentlichkeit freizugeben. Es ist wichtig für die Rumänen zu sehen, wie die Ceausescus gelebt haben und welche Dekadenz herrschte. Dekadenz ist der treffende Ausdruck.”

Tourist Wolfgang Frank war beeindruckt:

“Ich hatte schon Gelegenheit, den Palast des früheren Schahs Mohammad Reza Pahlavi in Teheran zu besuchen, aber dieser Palast hier ist interessanter und es gibt viel mehr zu sehen.”

Zum Großteil blieb die originale Ausstattung der Villa mit rund 80 Zimmern erhalten. Die Ceausescus lebten hier ursprünglich mit ihren drei Kindern. Nach der Wende wurden in der Residenz Staatsgäste untergebracht.

Ceasescu regierte Rumänien zwischen 1965 und 1989. Er war am 22. Dezember 1989 nach Straßenprotesten gestürzt worden. Drei Tage später wurden der Diktator und seine Frau Elena nach einem umstrittenen Prozess zum Tode verurteilt und hingerichtet.

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