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LuxLeaks-Informanten kritisieren ihre Bewährungsstrafen als widersprüchlich

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LuxLeaks-Informanten kritisieren ihre Bewährungsstrafen als widersprüchlich

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Zwei Wirtschaftsprüfer, die fragwürdige Steuerdeals internationaler Konzerne mit den Luxemburger Finanzbehörden aufgedeckt und damit die LuxLeaks-Affäre ausgelöst hatten, sind zu Bewährungsstrafen verurteilt worden.

Der 30-jährige Antoine Deltour hatte die Dokumente bei seinem ehemaligen Arbeitgeber PricewaterhouseCoopers kopiert. Er bekam eine Bewährungsstrafe von 12 Monaten Haft und eine Geldbuße von 1500 Euro auferlegt.

Der beteiligte 39-jährige Buchhalter Raphaël Halet wurde zu neun Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldbuße von 1000 Euro verurteilt.

Halet kritisierte das Urteil als unlogisch: “Entweder wir sind Whistleblower, die im öffentlichen Interesse gehandelt haben. Oder wir sind es nicht und erhalten das volle Strafmaß. Aber dieses Gericht hat sich für beides entschieden, dass wir Whistleblower sind und bestraft werden. Ich finde das nicht normal, die Erklärung ist 65 Seiten lang. Wir werden Einspruch einlegen und bis zum Ende gehen.”

Deltour sieht das Urteil im Widerspruch zum europäischen Gerechtigkeitsempfinden: “Die Verurteilung der Bürger hinter der LuxLeaks-Affäre ist wie eine Verurteilung gegen der verbesserten Regulierung, die durch diese Enthüllung ausgelöst wurde und die in ganz Europa begrüßt wird. Sie ist eine Warnung an zukünftige Whistleblower und ein Rückschlag für die Informationsfreiheit, die für das Funktionieren der Demokratie so wichtig ist.”

Auch ihre Unterstützer, darunter zahlreiche europäische Politiker, kritisierten das Urteil.

Der französische Journalist Edouard Perrin, der über die Steuerarrangements mit internationalen Konzernen wie Ikea oder McDonalds berichtet hatte, wurde freigesprochen. Ihm war Anstiftung zum Diebstahl vorgeworfen worden.

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