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Menschenrechtsverletzungen: Chef der mexikanischen Bundespolizei gefeuert

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Menschenrechtsverletzungen: Chef der mexikanischen Bundespolizei gefeuert

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Nach schweren Vorwürfen von Menschenrechtlern ist der Chef der mexikanischen Bundespolizei, Enrique Galindo, entlassen worden. Vor knapp zwei Wochen hatte die Nationale Menschenrechtskommission einen Bericht vorgelegt, wonach Bundespolizisten bei einem Einsatz im vergangenen Jahr 22 mutmaßliche Mitglieder eines Drogenkartells erschossen hatten, obwohl die Verdächtigen bereits gefasst waren. Zudem hätten die Beamten zwei Männer gefoltert und den Tatort, eine Ranch im Westen Mexikos, nach der Schießerei manipuliert.

Innenminister Miguel Osorio Chong erklärte:

“Im Zuge der letzten Ereignisse und auf Anweisung von Präsident Enrique Peña Nieto ist Polizeichef Enrique Galindo seines Amtes enthoben worden. Der Personalwechsel soll den entsprechenden Behörden eine schnelle und transparente Untersuchung der Vorwürfe gegen die Polizei ermöglichen.”

Osorio Chong ergänzte, Galindos Nachfolger werde die Ausbildung der Beamten in Menschenrechtsfragen vorantreiben.

Die Bundespolizei hatte im Mai 2015 die Ranch in der Ortschaft Tanhuato gestürmt, weil dort Mitglieder des Drogenkartells Jalisco Nueva Generación militärisch geschult worden sein sollen. Bei dem Einsatz kamen insgesamt 42 Verdächtige und ein Beamter ums Leben. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind Folter und Misshandlungen durch Polizei und Militär in Mexiko weit verbreitet. Auch andere internationale Organisationen kritisieren immer wieder das Vorgehen der mexikanischen Sicherheitskräfte.

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