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Brasilien steht vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen

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Brasilien steht vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen

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Euronews: Die Amtsenthebung von Dilma Rousseff leitet eine neue Ära in Brasilien ein. Nach 13 Jahren Regierung unter Führung der linksgerichteten Arbeiterpartei gibt es nun einen Richtungswechsel. Was bedeutet das für Brasilien, das Volk und die Wirtschaft?
Dazu sprechen wir mit Carlos Cardenas, Analyst bei IHS Global Insight. Diese Amtsenthebung ist keine Überraschung. Stellt das trotzdem einen Wendepunkt für Brasilien dar?

Carlos Cardenas, Analyst bei IHS Global Insight: “Ein Kapitel geht zu Ende, und es herrscht keine Unsicherheit mehr darüber, wer das Land führt. Eine Priorität für Temer ist es nun das Land wieder zu einen, also alle politischen Parteien, die im Kongress vertreten sind. Aber zu den großen Herausforderungen gehört auch die Wirtschaft. Das wird nicht einfach. Das Land befindet sich in einer Rezession und büßt drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes in diesem Jahr ein. Dazu wird das Haushaltsdefizit immer größer, inzwischen ist es auf 10 Prozent des Bruttoinlandsproduktes gestiegen. Die Arbeitslosigkeit ist zudem außer Kontrolle. Er steht also in den nächsten Jahren vor großen Herausforderungen.”

Euronews: Also ist der Umbruch noch nicht vorbei?

Carlos Cardenas, Analyst bei IHS Global Insight: “Nein das ist nicht der Fall. Temer ist ein wirtschaftsfreundlicher Politiker und er hat viele Dinge versprochen, die der private Sektor gern hört, wie zum Beispiel Privatisierungen, oder Strukturreformen. Aber er hat nur ein kleines Zeitfenster. Es wird für ihn sehr schwierig werden, seine Schlüsselreformen, die er versprochen hat, wirklich durchzubringen. Besonders was die Renten- und Arbeitsreformen betrifft. Die einzige Strategie, die er in dieser kurzen Zeit verfolgen kann, ist die Privatisierung einiger Unternehmen, die der Staat derzeit besitzt. Aber da wird er auf Gegenwind bei den mächtigen Gewerkschaften in Brasilien stoßen. Er muss den Schwung jetzt nach der Amtsenthebung von Rousseff nutzen. Im Oktober stehen Kommunalwahlen an. Keine Partei wird im Wahlkampf unbeliebte Maßnahmen wie Sparprogramme kritisieren, um damit Stimmen zu holen.”

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden.euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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