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Kuba und USA: Der lange Weg zu einem normalen Verhältnis

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Kuba und USA: Der lange Weg zu einem normalen Verhältnis

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Nach mehr als einem halben Jahrhundert Eiszeit zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten glich der Händedruck zwischen Raul Castro und Barack Obama bei der Trauerfeier für Nelson Mandela im Dezember 2013 einer Sensation. Der symbolträchtigen Geste folgte die diplomatische Annäherung, aus Havanna und Washington wurden Signale der Entspannung des Verhältnisses gesendet.

Seit August 2015 weht das US-Sternenbanner über der kubanischen Hauptstadt – genauer gesagt über der amerikanischen Botschaft. Zuvor war bereits die 1961 geschlossene kubanische Vertretung in Washington wiedereröffnet worden.

Im April 2015 tauschten sich Castro und Obama beim Amerikagipfel in Panama aus- und auch bei den Vereinten Nationen wenige Monate darauf gab es Gespräche auf höchster Ebene.

Die im Oktober 1960 verhängte Wirtschaftsblockade der USA hat den Fortschritt auf Kuba jahrzehntelang gebremst.
Eine Kubanerin verspricht sich viel von der fortschreitenden Normalisierung des Verhältnisses der einstigen Erzfeinde – vor allem auf persönlicher Ebene:

“Dass Kuba und die USA nach so vielen Jahren wieder eine Beziehung zueinander haben, wird für die Familien hier und dort große Vorteile bedeuten.”

Im Februar wurde die Vereinbarung unterzeichnet, die die Aufnahme von Linienflügen zwischen den beiden Ländern regelt, und damit das neue Kapitel im Reiseverkehr einläutet.

Als Obama im März die Karibikinsel besuchte, gab er sich betont freundschaftlich. Castro fordert das vollständige Fallenlassen des Embargos, Obama stellte das Ende der Blockade in Aussicht – wann ist allerdings ungewiss: “Als Präsident der Vereinigten Staaten habe ich unseren Kongress dazu aufgerufen, das Embargo aufzuheben. Mein Besuch hier zeigt, dass Sie von den USA nichts befürchten müssen”, so Obama.

Die kubanische Wirtschaft erhofft sich durch die Annäherung unter anderem eine Reisewelle von US-Touristen und damit frisches Geld.

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