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Bodenoffensive auf Ost-Aleppo: "Rückkehr zum offenen Konflikt"

Der belagerte Osten von Aleppo ist nach dem Zusammenbruch der Waffenruhe das Ziel nicht endender Gewalt.

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Bodenoffensive auf Ost-Aleppo: "Rückkehr zum offenen Konflikt"

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Im Norden der umkämpften syrischen Großstadt Aleppo hat die Bodenoffensive von Regierungstruppen begonnen. Am Donnerstagabend hatte die Regierung von Präsident Baschar al-Assad den Vormarsch angekündigt, um den belagerten Ostteil der Stadt zurückzuerobern.

Am Rande des UN-Gipfels in New York scheiterten danach alle politischen Bemühungen zur Wiederbelebung der Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland. Leidtragende sind die im Osten Aleppos eingeschlossenen Zivilisten. Seit dem Ende der Feuerpause sind nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mindestens 170 Menschen getötet worden, darunter Dutzende Kinder. Durch Artilleriefeuer und den Abwurf international geächteter Fassbomben würden Rettungsmaßnahmen praktisch ausbleiben.

Andere Quellen berichteten von doppelt so hohen Opferzahlen.

Die rund 250.000 ausharrenden Bewohner in Ost-Aleppo sind nach UNICEF-Angaben inzwischen von der Versorgung mit fließendem Wasser abgeschnitten. Verantwortlich dafür seien ein Angriff auf ein Pumpwerk und die Abschaltung einer weiteren Einrichtung.

Offenbar laufen Verhandlungen zur Reparatur des Pumpwerks

Ein Bewohner des Ostteils von Aleppo berichtete: “Heute früh sind wir von einer gewaltigen Detonation durch eine Bombe von Assad erschüttert worden. Sieben Kinder und ihre Mutter wurden getötet, wahrscheinlich gibt es noch mehr Opfer. Es gibt keinen Widerstand und keine Erste Hilfe mehr. Assad hat das Land zerstört. Er hat so viele Menschen umbringen lassen. Hier unter den Trümmern sind immer noch Menschen begraben, wir holen immer noch welche raus.”

Regierungsnahe Medien berichteten, die jüngste Welle von Luftangriffen hätte Dschihadisten im Ostteil Aleppos gegolten.

UN-Syrienvermittler Staffan de Mistura sprach von “einer Rückkehr zum offenen Konflikt”. Für ihn handele es sich um die schlimmste humanitäre Tragödie seit dem Zweiten Weltkrieg,