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WHO warnt: 92 Prozent der Menschheit leben mit übermäßiger Luftverschmutzung


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WHO warnt: 92 Prozent der Menschheit leben mit übermäßiger Luftverschmutzung

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Sieben Millionen Menschen sterben weltweit pro Jahr an den Folgen übermäßiger Luftverschmutzung. Zu dieser Einschätzung kommt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Am Dienstag stellte sie in Genf dazu einen neuen Bericht vor.

Demnach leben 92 Prozent der Weltbevölkerung mit Schadstoffbelastungen oberhalb der WHO-Grenzwerte. Das zugrundeliegende Datenmodell basiert auf Messwerten an rund 3000 Orten aus dem Jahr 2012 – den aktuellsten verfügbaren.

Die WHO unterscheidet in ihrem Bericht zwischen Verschmutzung der Innen- und der Außenluft. Sie schätzt, dass Schadstoffe in der Außenluft für rund drei Millionen Todesfälle verantwortlich sind, verschmutze Innenluft sogar für über vier Millionen.

Für viele lokale Experten sind die Einschätzungen keine Überraschung: “Heute haben Fragen des Umweltschutzes, die für erhöhte Todesraten verantwortlich sein könnten, in unserem Land keine Priorität”, sagt Wladimir Tschuprow, Leiter der Energieabteilung bei Greenpeace Russland. “Dabei ist Russland ein Land, in dem solche Dinge diskutiert werden sollten. Neben der Luftverschmutzung gibt es auch die Ionisierung: Hunderttausende oder gar Millionen Menschen leben in radioaktiv verschmutzten Regionen.”

Wissenschaftler in Indien machen vor allem die wachsende Zahl von Autos und Motorrädern auf den Straßen aus Ursache aus. In Städten wie Neu Delhi liegt die Luftbelastung oft 10 bis 15 Mal über den WHO-Grenzwerten.

Dennoch mache der Bericht klar, dass es sich um ein globales Problem handle, sagt Usman Nasim vom Zentrum für Wissenschaft und Umwelt in Neu Delhi: “Wir haben dieses Bild, dass in Europa die Luftqualität sehr gut ist und die Vorstellung, dass nur indische oder asiatische Städte oder auch der afrikanische Kontinent schädliche Luftverschmutzung haben. Das gute an diesem Report ist, dass er klar macht, dass Europa ein ähnliches Problem hat.”

Die typischen Folgen sind überall dieselben: Herzinfarkte, Lungenkrebs und chronische Atemwegserkrankungen.

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