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Das Concertgebouw-Orchester und sein neuer Chefdirigent Daniele Gatti


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Das Concertgebouw-Orchester und sein neuer Chefdirigent Daniele Gatti

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Das Concertgebouw-Orchester in Amsterdam zählt zu den herausragenden Orchestern der Welt. Die neue Saison hat es ganz im Zeichen der Tradition begonnen. Auf dem Spielplan stand Gustav Mahlers zweite Symphonie. Am Taktstock: Der neue Chefdirigent Daniele Gatti aus Italien.

Gatti: “Das Königliche Concertgebouw-Orchester ist das Zentrum des kulturellen und musikalischen Lebens in Amsterdam. Dennoch sage ich immer, dass dieses Orchester der Welt gehört, denn ein Orchester dieser Rangordnung gehört nicht nur einer Stadt. Es ist auch Teil meines Landes, es ist Teil Europas, es ist Teil der ganzen Welt.”

Ob Vorklassik oder französische Romantik, Gattis Repertoire ist ausgesprochen bunt und breitgefächert. Seine Vielseitigkeit war denn auch einer der entscheidenden Gründe, weshalb er zum siebten Chefdirigenten dieses herausragenden Orchestern gewählt worden ist.

Jan Raes, Intendant des Orchesters: “Wir haben hohe Erwartungen. Wir wissen, dass Daniele Gatti sehr begabt ist, sehr leidenschaftlich, er hat ein breites Repertoire. Er ist sehr ehrlich und echt, eine neugierige Person. Er will die Menschen mit Live-Konzerten erreichen. Außerdem lädt er die Menschen, gerade auch junge, zu den Proben ein.”

Nach einer dieser öffentlichen Konzertprobe überraschten einige Unterstützer des Orchesters den neuen Chefdirigenten mit einem sehr niederländischen Geschenk.

Gatti: “Ich habe gerade ein besonderes Geschenk bekommen, ein Fahrrad, das Symbol dieser Stadt. Ich bin sehr gerührt. Immerhin bin erst seit einem Monat hier, doch das Willkommen war ausgesprochen warm. Eine schöne Überraschung.”

Und so sieht Gatti seine Besucher: “Ich wünsche mir, dass die, die in den Konzertsaal kommen, sich in den Sitz kuscheln und sagen: ‘Die nächsten zwei Stunden genieße ich die Musik. Ich schalte mein Handy aus und versuche, in eine andere Welt einzutauchen.’ Für mich bedeutet klassische Musik, dass ich meine Vorstellungskraft nutze, um die Hektik meines Alltags etwas zu mindern und vielleicht auch einige Dinge in mir selbst wiederzuentdecken. Auch Dinge, die mir Angst machen.”

Mahlers Symphonie erstreckt sich über fünf Sätze. Immer mehr nimmt sie dabei eine metaphysische, christlich geprägte Dimension an.

“In dem Moment, in dem ich zum letzten Satz gelange, merke ich, dass es Fragen gibt, die man mit fortschreitendem Alter immer schwerer beantworten kann. Ich gebe zu: Dieses Stück hilft mir, keine Angst vor dem Morgen zu haben, vor der Zukunft. Ich hoffe, dass auch die, die nicht gläubig sind, von dieser Musik berührt werden und anfangen, sich bestimmte Fragen zu stellen.”


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