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Nigeria: Eltern fordern staatliche Hilfe für 21 freigelassene Chibok-Mädchen


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Nigeria: Eltern fordern staatliche Hilfe für 21 freigelassene Chibok-Mädchen

21 entführte Mädchen ließ die Islamistengruppe Boko Haram in Nigeria Ende vergangener Woche nach zweieinhalb Jahren frei. Nun haben ihre Eltern den Staat um medizinische und schulische Unterstützung für die Opfer gebeten.

Die sogenannten Chibok-Mädchen waren unter Mitwirkung des Roten Kreuzes und Schweizer Diplomaten freigekommen. Über die Freilassung von 83 weiteren Mädchen verhandelt die Regierung derzeit.

“Es geht ihnen physisch nicht gut, wir rufen die Regierung auf, sich ihrer anzunehmen. Wenn sie wieder gesund sind, wollen wir, dass sich die Regierung um ihre Ausbildung kümmert”, so einer Sprecher der betroffenen Eltern.

Boko-Haram-Dschihadisten hatten 2014 über 200 Mädchen aus einer ländlichen Schule entführt. Aussagen von Betroffenen und Boko-Haram-Mitgliedern zufolge wurden einige von ihnen daraufhin zwangsverheiratet. Nigerianische Medien sprechen auch von zwangsweisen Einsätzen als Selbstmordattentäterinnen.

Neben einigen wenigen, die gleich zu Beginn fliehen konnten, sind die zuletzt ausgelieferten Mädchen die ersten, die seither freikamen. Die Vereinten Nationen wollen den Betroffenen nun psychologische Betreuer bereitstellen.

Informationsmister Lai Mohammed hatte erklärt, die Freilassung sei nicht im Austausch für inhaftierte Dschihadisten erfolgt, von einem Lösegeld wisse er nichts. Der Kampf gegen Boko Haram gehe weiter.

Für rund die Häfte der Mädchen gibt es derzeit offenbar weniger Hoffnung auf eine Freilassung. Aussagen eines Sprecher des Präsidenten Muhammadu Buhari zufolge habe die Boko-Haram-Fraktion, mit der die Regierung verhandelt, insgesamt 104 Mädchen in ihrer Gewalt gehabt. Dabei handle es sich um eine Fraktion, die weiterhin dem Terroristenführer Abubakar Shekau folge.

Boko Haram ist seit August offenbar gespalten. Die Gruppe hatte sich im März 2015 zunächst der IS-Miliz unterstellt. Veröffentlichungen auf sozialen Medien legen nahe, dass sich die Fraktion um Shekau wieder lossagte, als die arabische Führung einen neuen Kommandeur für Westafrika benannte.

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