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Polen beginnt mit umstrittener Exhumierung der Smolensk-Opfer


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Polen beginnt mit umstrittener Exhumierung der Smolensk-Opfer

In Polen hat die umstrittenen Exhumierung von Opfern des Flugzeugabsturzes von Smolensk begonnen. Der vor sechs
Jahren verunglückte Präsident Lech Kaczynski und seine Frau Maria sind die ersten Toten der Flugzeugkatastrophe, die im Zuge neuer Ermittlungen aus ihren Gräbern geholt wurden. Zu der Exhumierung in der Krakauer Wawel-Burg kam polnischen Medienberichten zufolge auch der Zwillingsbruder des verstorbenen Präsidenten und PiS-Chef, Jaroslaw Kaczynski.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen insgesamt 83 Leichen von einem internationalen Experten-Team untersucht werden. Mindestens ein Jahr lang soll DNA analysiert und nach Sprengstoffspuren gesucht werden. Präsident Andrzej Duda bezeichnete das Unglück, bei dem zahlreiche Vertreter von Polens politischer und militärischer Elite ums Leben gekommen waren, als Staatsangelegenheit. Die Angehörigen der Opfer bat er um Verständnis. Es sei die Rechtspflicht der Staatsanwaltschaft, die Exhumierungen könnten die Ermittler auch gegen den Willen der Familien durchführen. Da Russland das Flugzeugwrack bislang nicht herausgegeben habe, seien die Leichname ein wichtiges Beweismittel, heißt es. Mehr als 200 Angehörige hatten in einem offenen Brief an die Regierenden gegen die Exhumierungen protestiert. Sie prangerten diese als Grabschändung an.

Die Präsidentenmaschine war am 10. April 2010 im russischen Smolensk abgestürzt, alle 96 Passagiere starben. Damalige Untersuchungen führten das Unglück auf einen Pilotenfehler zurück. Die amtierende nationalkonservative Regierung zweifelt das an und vermutet, an Bord habe es eine Explosion gegeben.

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