Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Gravity: Souveräner Slalom-Sieg für Super-Star Shiffrin


gravity

Gravity: Souveräner Slalom-Sieg für Super-Star Shiffrin

Herzlichen Willkommen zu Gravity, unsererem wöchentlichen Wintersport-Magazin. Zum ersten Mal seit langer Zeit hat der Weltcup-Ski-Zirkus jetzt wieder in Killington im Nordosten der USA Station gemacht. Offenbar ein gutes Pflaster für die Französin Tessa Worley. Sie hatte nämlich seit 1077 Tagen kein Rennen mehr gewonnen….

In Killington zeigte die 27-Jährige aber nun, dass sie es doch noch kann. Drei Jahre nach ihrem letzten Erfolg im Dezember 2013 in St. Moritz feierte sie endlich wieder einen Sieg im Riesenslalom.

Nach dem ersten Lauf auf der sogenannten “Superstar”-Piste lag Tessa Worley noch auf Platz 2. Dann zeigte die ehemalige Weltmeisterin bei leichtem Schneefall und schwieriger Sicht noch einmal ihr ganzes Können und gewann mit einer Gesamtzeit von 1 Minute und 59, 26 Sekunden. Für die Französin war es insgesamt der neunte Weltcup-Sieg ihrer Karriere.

“Ich habe mich einfach total gut vorbereitet”, sagte Tessa Worley nach dem Rennen, “ich hatte Alles in der Hand. Es ist natürlich wichtig, dass dann im Rennen auch abzurufen. Tatsache ist, dass so ein Rennen ziemlicher Stress ist und es dann nicht immer einfach ist, entspannt zu bleiben und seine Sache richtig gut zu machen.”

Auf Platz zwei fuhr ebenfalls ziemlich überraschend die Norwegerin Nina Löseth. Sie hatte nach dem ersten Durchgang noch in Führung gelegen. Am Ende war ihr Siegerin Tessa Worley aber dann doch fast eine Sekunde voraus.

Dritte wurde Sofia Goggia aus Italien, die nach Durchgang 1 fast schon abgeschlagen auf Platz 15 lag und sich mit einem fulminanten Lauf noch ganz weit nach vorne schob. Für die 24-Jährige war es das erste Mal, dass sie bei einem Weltcup-Rennen auf dem Sieger-Podest landete

In Killington wurde aber auch Slalom gefahren. Und hier hatte sich Lokalmatadorin Mikaela Shiffrin eine ganze Menge vorgenommen.

Im Riesentorlauf hatte sie nämlich noch einen Podestplatz verpasst und haderte mit Platz 5. Nun machte es der US- Superstar besser und entschied den Slalom souverän für sich. Für Mikaela Shiffrin war es der 22. Weltcupsieg und der 21. im Slalom. In der ewigen Slalom- Bestenliste rückte die US- Amerikanerin damit auf Platz drei vor. Rund 10 000 Zuschauer, darunter auch ihre 95-jährige Großmutter Pauline, feierten die Olympiasiegerin und Doppel-Weltmeisterin, die in diesem Winter endlich auch den Gesamt-Weltcup gewinnen will.


Gut sieben Zehntel hinter Mikaela Shiffrin kam die Tschechin Veronika Velez Zuzulova ins Ziel. Sie stand damit auch zum ersten Mal in dieser Saison auf dem Siegertreppchen. Im finnischen Levi war sie zuletzt als Vierte noch knapp daran vorbeigefahren.

Dritte wurde die Schweizerin Wendy Holdener, die im zweiten Durchgang sogar schneller war als die Siegerin. Trotzdem betrug ihr Rückstand am Ende fast neun Zehntel Sekunden. Als beste Deutsche landete Lena Dürr auf Platz 6, beste Österreicherin wurde Bernadette Schild als Achte.

In dieser Woche werden nun auch die High-Speed-Spezialisten in die Saison einsteigen. Die Frauen starten im kanadischen Lake Louise, die Männer im französischen Val d’Isère. Adrien Théaux war in der letzten Saison 7. in Abfahrt und Super G und kann den ersten Start kaum noch erwarten.

“Training und Rennen sind zwei völlig verschiedene Sachen. Der Trainingsbeste ist nicht immer Bester im Rennen. Ich will endlich angreifen, auch um zu wissen, wo wir stehen. Ob wir uns gut vorbereitet haben. Um dann auch den Kampf gegen die Uhr und die Konkurrenten zu genießen. Das ist doch das, was wir lieben.”

In unserer kleinen Rubrik “Skifahren früher” machen wir jetzt einen kleinen Sprung in die jüngere Vergangenheit. Vor 12 Jahren hiess der Boss auf den Weltcup-Pisten Bode Miller.

Kein Wunder also, dass der US-Amerikaner damals auch zum ersten Mal den Gesamt-Weltcup gewann. Schon zu Saisonbeginn schrieb er damals Geschichte, als er in allen Standard-Disziplinen mindestens in einem Rennen triumphierte, also sowohl in der Abfahrt und im Super G als auch im Slalom und Riesen-Slalom. Bei den Weltmeisterschaften im italienischen Bormio gewann er zwei Goldmedaillen im Super G und in der Abfahrt. Legendär auch sein Auftritt in der Kombination, als er nach 16 Sekunden einen Ski verlor und trotzdem im Höchsttempo weiterfuhr. Bis heute ist er der erfolgreichste alpine Ski-Rennfahrer der USA.