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Lichterfest in Lyon: Fiat Lux


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Lichterfest in Lyon: Fiat Lux

Lyon leuchtet wieder – das Lichterfestival ist zurück, aus Sicherheitsgründen zwar kleiner und an weniger Tagen, aber bis Samstagabend lässt die “Fête des lumières” die Menschen staunen. 750 bewaffnete Sicherheitsleute kontrollieren den dieses Jahr limitierten Bereich der Lichtinstallationen. Statt der üblichen 80 bieten die Organisatoren 41 Lichtprojekte im Herzen der Stadt (Presqu’ile, Vieux Lyon und das erste Mal im römischen Amphitheater auf dem Berg Fourvière).

“Die Präsentation der Projekte ist viel dichter als in normalen Zeiten. Wir hoffen, das Publikum wird die Installationen genießen, die alle gut bewacht werden”, sagt Jean-François Zurawik, Leiter für kulturelle Veranstaltungen der Stadt Lyon.

Die majestätische Fassade der Kathedrale Saint-Jean in Licht zu tauchen, ist für jeden Lichtkünstler eine Herausforderung: Dieses Jahr stellt sich Yann Nguema mit seiner Künstlergruppe EZ3kiel der Aufgabe:

“Die Idee ist, mit den Steinen zu spielen, nicht mit dem Volumen sowie es die meisten der anderen Künstler machen. Man spielt damit, alle Steine zu zeichnen, es gibt 12.000 zum Nachzeichnen. Danach habe ich Szenarien entworfen, um die Linien jedes Steins in Bewegung zu bringen. Es gibt also Wellenbewegungen, Sachen, die sich aufblasen. Es ist ein Spiel mit den Gesetzen der Physik.”

Einer der Höhepunkte dieses Jahr: “Incandescens”, eine Geschichte über Feuer und Licht, projiziert auf die Stufen des alten römischen Amphitheaters auf dem Hügel Fourvière:

“Wir wollten mit der Thematik des Schattentheaters arbeiten. Für uns machte es Sinn, auch die Flamme miteinzubeziehen, denn das könnte die erste Lichtquelle gewesen sein, die es an diesen Orten gegeben haben könnte. Wir entwarfen eine Geschichte rund um diese beiden Personen, die sich begegnen. Die Flamme bringt das Mädchen in verschiedene Welten”, so Simon Milleret-Godet.

Die Installation “Platonium” im Innenhof des Rathauses ist eine künstlerische Koproduktion mit dem französischen Centre national de la recherche scientifique (CNRS; zu deutsch Nationales Zentrum für wissenschaftliche Forschung). Ziel ist es, Wissenschaft erlebbar zu machen:

“Die Bänder, die aus optischer Faser gewebt sind, sind wirklich die Bänder, die man in den Laboren des Forschungszentrums benutzt, um selbstreinigende Phänomene zu analysieren, d.h. die Entgiftung der Luft und des Wasser durch Luft mit bestimmten chemischen Partikel”, so Akari-Lisa Ishil.

Ein perfekter Ort für alle, die die Liebe ihres Lebens suchen, ist das “Coups de cœur”, ein riesiges Herz, das den vereinten Herzschlag des Paares wiedergibt, das seine Hände auf die Konsole legt, und die passende Musik dazu spielt. Franck Pelletier erklärt:

“Es gibt also zwei Platten mit Sensoren für den Herzschlag, die zur Verfügung stehen. Jetzt versuchen wir, unseren Herzschlag als Paar wiederzugeben. Und jetzt aufgepasst… Man muss philosophisch bleiben, es ist natürlich für alle gedacht.”

Das diesjährige Lichterfest geht nur drei statt vier Tage und auch die Besuchszeiten wurden verkürzt (20 bis 24 Uhr jeden Abend). Aber das tut der Begeisterung keinen Abbruch:

“Ich besuche die ‘Fête des lumières’ jedes Jahr – seit 2011”, sagt diese Frau aus Lyon.

Ein britischer Tourist meint: “Es ist toll! Sie müssen sich das am Rathaus anschauen, es ist unglaublich.”

Und eine Italienerin: “Es ist schön, wirklich schön.”

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