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Italien: Haftstrafen für Verantwortliche nach Flammeninferno von Viareggio


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Italien: Haftstrafen für Verantwortliche nach Flammeninferno von Viareggio

Im Zusammenhang mit dem verheerenden Zugunglück von Viareggio in der Toskana sind der ehemalige und der amtierende Chef der italienischen Bahn, Mauro Moretti und Mario Michele Elia, zu sieben beziehungsweise siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Das Gericht in Lucca verhängte auch gegen mehrere deutsche und österreichische Mitarbeiter des Güterwagenzulieferers GATX Rail Europe mit Sitz in Hamburg Haftstrafen von bis zu neun Jahren. Die 14 Waggons des Unglückszugs waren Eigentum der Firma. Die Anklage lautete unter anderem auf Herbeiführung eines Zugunglücks und mehrfache fahrlässige Tötung. Die Staatsanwaltschaft hatte zum Teil höhere Haftstrafen beantragt.

In der Nähe des Bahnhofs der toskanischen Küstenstadt Viareggio war am späten Abend des 29. Juni 2009 ein Güterzug entgleist. Ein mit Flüssiggas gefüllter Tankwaggon explodierte dabei. 32 Menschen kamen infolge des Unglücks ums Leben.

Marco Piagentini sprach nach dem seit 2013 andauernden Prozess für einen Opferverein:“Es ist unglaublich, dass im Jahr 2009, und auch heute noch, unverändert mangelhafte Sicherheitsstandards gelten. Man riskiert sein Leben dadurch, dass man sich in den eigenen vier Wänden aufhält. Alle Menschen, die sich in den betroffenen Häusern aufhielten, starben. Keiner der Getöteten hatte im Bahnhof auf einen Zug gewartet. Alle Opfer waren zu Hause.”

Die Gasexplosion verwüstete damals das gesamte Bahnhofsviertel von Viareggio. Unfallursache war möglicherweise ein Riss an einem Rad. Der Güterwagenzulieferer kündigte an, gegen das Urteil für
seine Mitarbeiter in Berufung zu gehen. Zwei deutsche Angeklagte wurden freigesprochen.

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