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Teure Raserei: Wo zahlt man besonders viel in Europa?


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Teure Raserei: Wo zahlt man besonders viel in Europa?

Vom 24. April an verschärfen England und Wales die Strafen für Raser. Während bei geringer Geschwindigkeitsüberschreitung ein Bußgeld mit einem festen Satz von 100 £ verhängt wird, berechnet sich in schweren Fällen mit Gerichtsverfahren die Strafe nach dem Einkommen. Bislang können das bis zu 100 Prozent des Wochenlohns sein. Mit der Verschärfung wird der Betrag auf bis zu 150 Prozent des Wochenlohns hochgesetzt. Das maximale Strafmaß bleibt aber gedeckelt bei 1.000 £ (rund 1.175 €) beziehungsweise 2.500 £ (rund 2.935 €) bei Rasen auf der Autobahn.

Laut dem britischen Statistikamt lag im April 2016 der Median des Wochenlohns in Großbritannien bei rund 540 Pfund. Raser, die mit 30 Stundenmeilen mehr als erlaubt auf der Autobahn erwischt werden, müssen in Zukunft also im Schnitt mit Strafen von um die 800 Pfund rechnen.

2015 landeten mehr als 166.000 Verkehrssünder vor Gericht, die durchschnittlich verhängte Geldbuße betrug 188 Pfund.


Strafen für Temposünden in Europa


Die Geldbußen für Raserei auf Autobahnen auf dem europäischen Festland variieren je nach Land zwischen unter 100 Euro und zigtausenden Euro. Rein theoretisch, laut Gesetz, müssen die Verkehrssünder mit folgenden Geldbußen und -strafen rechnen:


Rund 300.000 Euro Strafe für Raserei in der Schweiz


Den Rekord in der Praxis hat laut Guinness-Buch ein Schweizer eingefahren: knapp 300.000 Schweizer Franken für Raserei in seinem Ferrari mit 100 Stundenkilometern innerorts und fast 140 Stundenkilometern außerhalb der Ortsgrenze. Sein Argument, er sei Diplomat, half dem Mann aus St. Gallen auch nicht weiter. Und als Multimillionär und Wiederholungstäter kassierte der Verkehrsrowdy entsprechend hohe Tagessätze. Die Tagessätze werden von den Gerichten auf Basis der wirtschaftlichen Verhältnisse des Delinquenten bestimmt.

Auch Finnland straft Verkehrssünder mit einkommensabhängigen Tagessätzen ab. Und auch hier traf es demenstprechend die besonders Reichen auch besonders schwer: Ein finnischer Millionär fing sich 2015 eine Strafe on 54.000 Euro bei gut zwanzig Stundenkilometern Geschwindigkeitsüberschreitung ein, ein anderer 2013 sogar 95.000 Euro für 27 km/h zu viel. Beim Nokia-Boss waren es über 100.000 Euro.


Geldbußen nicht die einzige Sanktion


Bei schweren Verkehrsdelikten entziehen die Behörden in den meisten Ländern den Fahrern außerdem die Fahrerlaubnis. Zu den Geldbußen und -Strafen können außerdem Gerichtskosten hinzukommen. Und manche Länder sehen auch den Einzug des Fahrzeugs vor oder Gefängnisstrafen für den Fahrer, wie die Schweiz.

Wer im Ausland zu schnell fährt, kann eine unangenehme Überraschung bei der Rückkehr erleben und ein Knöllchen im Briefkasten vorfinden. Aufgrund einer EU-Richtlinie von 2015, die den grenzüberschreitenden Austausch von Informationen über Verkehrsdelikte erleichtern soll, kommen inzwischen immer mehr Verkehrssünder auch dann nicht ungestraft davon, wenn sie erst einmal hinter der Grenze sind…