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Regimegegner Leopoldo López: Venezuelas populärster Gefangener


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Regimegegner Leopoldo López: Venezuelas populärster Gefangener

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Das einst blühende Caracas ist heute in einem desolaten Zustand. Venezuela leidet seit dem Verfall des Ölpreises auf dem Weltmarkt unter einer schweren Wirtschaftskrise. Die Inflationsrate ist eine der höchsten der Welt. Wegen der Versorgungsengpässe gab es zuletzt immer wieder Unruhen und Plünderungen in dem südamerikanischen Land. Die Opposition versucht bisher vergeblich, ein Referendum zur Abwahl von Präsident Nicolás Maduro durchzusetzen.

Anfang 2014 hatte der Chef der Oppositionspartei “Voluntad Popular” Leopoldo López zu Protesten gegen Maduro aufgerufen. Deshalb wurde der prominente Widersacher des venezolanischen Staatschefs im September 2015 zu mehr als 13 Jahren Gefängnis verurteilt. Ein Gericht sprach ihn der Anstachelung zur Gewalt und Verschwörung schuldig und ordnete an, den heute 45-Jährigen in ein Militärgefängnis außerhalb der Hauptstadt einzusperren. Das Urteil wurde von vielen Ländern und Organisationen als politisch motiviert kritisiert.

euronews-Reporter Alberto de Filippis traf die Frau von Leopoldo López in Caracas und sprach mit ihr auf dem Weg zum berüchtigten Gefängnis von Ramo Verde. Lilian Tintori wurde zur Stimme der Opposition:

“In den drei Jahren, die mein Mann Leopoldo jetzt gefangen gehalten wird, ist er ein Jahr in Einzelhaft in einem vierstöckigen Turm gewesen. Er konnte mit niemandem reden. Seine Haftbedingungen werden immer schlechter. Früher durfte er lesen. Jetzt wird seine Lektüre eingeschränkt. Früher durfte er malen und schreiben. Jetzt darf er nicht einmal einen Brief schreiben. Private Korrespondenz war ihm nie erlaubt, ein Grundrecht jedes Gefangenen. Er darf nicht telefonieren. Er ist der einzige Gefangene Venezuelas, der kein Handy hat, der noch nicht einmal per SMS mit seiner Familie, mit seinen Kindern kommunizieren darf.”

Die Radio- und Fernsehmoderatorin und ehemalige Kitesurfing-Meisterin ist seit 2007 mit dem Harvard-Absolventen verheiratet. Die beiden haben eine Tochter und einen Sohn.

“Heute sitzt er seit 12 Tagen in Isolationshaft. Isolation ist Folter. Und hier am Eingang des Militärgefängnisses werden wir noch vom Militär schikaniert. Wir werden gefilmt, dieser Gefängnismitarbeiter nimmt uns auf, sie filmen mit ihren Handys, sie zeichnen alles auf, was wir hier am Tor machen. Dabei bitten wir einfach nur um das Recht, Leopoldo besuchen zu dürfen”, sagt seine Ehefrau vor dem Gefängnis.

Lilian Tintori kämpft weltweit für seine Freilassung. Mitte Februar traf sie US-Präsident Donald Trump. Nach ihrer Rückkehr wurde ihr das Besuchsrecht für ihren Mann entzogen.

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