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Politikverdrossenheit in Algerien vor der Wahl: Bleibt alles gleich?

Sind Nichtwähler das größte Hindernis für einen erneuten Sieg der Nationalen Befreiungsfront (FLN)?

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Politikverdrossenheit in Algerien vor der Wahl: Bleibt alles gleich?

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Am Donnerstag sind die Algerier aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Rund 12.000 Kandidaten bewerben sich auf 462 Sitze im Unterhaus, rund 23 Millionen Menschen sind wahlberechtigt. In abgelegenen Regionen des flächenmäßig größten Staat Afrikas konnte die Bevölkerung bereits ab Montag ihre Stimme abgeben.

Große Überraschungen werden bei der Wahl nicht erwartet, denn seit der Unabhängigkeit des Landes 1962 regiert die Nationale Befreiungsfront (FLN). Experten sehen Nichtwähler als größtes Hindernis für einen erneuten Sieg der FLN. Vor allem junge Leute sind von der Politik enttäuscht:

“Ich werden nicht wählen. Es gibt keinen Kandidaten, der mich repräsentiert, den ich wählen könnte. Als ich jünger war, haben sie mich hinters Licht geführt. Ich habe ihren Versprechen geglaubt, die sie nie gehalten haben. Ich wähle nicht.”, sagt Hamza, ein junger Mann.

“Sie sind alle gleich. Sie reden, reden und reden und wenn sie dann ihre Sitze haben, machen sie nichts”, so Ghania, eine 23-jährige Studentin.

Mehr als 70 Prozent der Algerier sind jünger als 30, viele von ihnen kennen nur einen Präsidenten: Abdelaziz Bouteflika. Der 80-Jährige regiert seit 1999, überwiegend per Dekret. Die Wahl gilt als Stimmungsbarometer für eine mögliche Nachfolge des gesundheitlich angeschlagenen Präsidenten.