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Italien gedenkt Mafia-Jäger Falcone


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Italien gedenkt Mafia-Jäger Falcone

Italien gedenkt einer der herausragendsten Kämpfer gegen die Mafia, Giovanni Falcone. Vor 25 Jahren, am 23. Mai 1992, wurde der sizilianische Mafia-Jäger durch Killer der Cosa Nostra ermordet. Falcone, seine Frau Francesca Morvillo und drei seiner Leibwächter wurden bei einem Attentat auf der Autobahn bei Capaci nahe Palermo in die Luft gesprengt. Zwei Monate später, am 19. Juli 1992, wurde auch Falcones engster Freund und Mitarbeiter, Paolo Borsellino, bei einem ähnlichen Anschlag ermordet. Noch nie zuvor hatte die Mafia eine derart aggressive Offensive gegen Staatsdiener gewagt. In Erinnerung an Falcone, der in Italien zum Symbol des hartnäckigen Krieges gegen die Mafia geworden ist, finden in ganz Italien zahlreiche Gedenkfeiern statt. Eine entscheidende Rolle spielte Falcone beim Aufbau des sogenannten Anti-Mafia-Pools, einer Gruppe von Staatsanwälten, die Mitte der 80er-Jahre sehr erfolgreich gegen das organisierte Verbrechen vorging. Die Ermordung Falcones und seines Mitarbeiters Borsellino markierte in Italien einen Wendepunkt in der Haltung der Bevölkerung. Hunderttausende Menschen demonstrierten unmittelbar nach Falcones Tod auf den Straßen Palermos. Kurz nach Falcones Ermordung wurde eine neue Anti-Mafia-Gesetzgebung verabschiedet. Der Auftraggeber des Anschlags auf Giovanni Falcone, Toto Riina, sitzt seit 1993 hinter Gittern. Lebenslänglich hinter Gittern sitzt auch Mafia-Boss Giovanni Brusca. Er hatte den Auslöser der Bombe gedrückt, der in Capaci den Mafia-Jäger tötete. 29 Mafia-Bosse wurden insgesamt wegen Beteiligung an der Ermordung Falcones zu lebenslanger Haft verurteilt.


Seither hat sich vieles in der Struktur der Cosa Nostra gewandelt. Sie setzt nicht mehr auf Aufsehen erregende Anschläge, um ihre Macht zu behaupten, sondern immer mehr auf die Ausbreitung ihres Wirtschaftsimperiums. Die Mafia, die überwiegend mit Drogen- und Waffenhandel Milliardenprofite macht, mischt jetzt auch in Branchen wie Bauwirtschaft, Müllentsorgung und Gastronomie mit. Zuletzt tauchten Hinweise auf anrüchige Millionen-Geschäfte mit der Flüchtlingsversorgung auf Sizilien auf.


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