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Iran: Mindestens 12 Tote bei Doppelanschlag - IS übernimmt Verantwortung

Bisher war der Iran von Anschlägen verschont; jetzt behauptet der so genannte IS, für zwei synchrone Anschläge verantwortlich zu sein

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Iran: Mindestens 12 Tote bei Doppelanschlag - IS übernimmt Verantwortung

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Bislang gibt es laut Medienberichten 12 Tote und mehr als 39 Verletzte. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Angriffe von Mittwoch für sich, wie die auf dschihadistische Propaganda spezialisierte Site Intelligence Group unter Berufung auf das IS-Sprachrohr Amak meldete.

Ein Angriff fand auf das iranische Parlament statt, drei bis vier Bewaffnete drangen ins Parlament ein und versuchten, in den Plenarsaal zu kommen, was allerdings
nicht gelang. Die Situation war zunächst noch unklar, einige Medien berichteten, dass die Lage im Parlament unter Kontrolle und alle Parlamentarier in Sicherheit seien. Der Agentur Tasmin zufolge haben die Angreifer möglicherweise auch Geiseln genommen. Bei einem zweiten Angriff rund eine halbe Stunde später auf das Mausoleum des religiösen Revolutionsführers Ruhollah Chomeini haben angeblich drei Angreifer auf Zivilisten geschossen. Ein Attentäter soll sich in die Luft gesprengt haben, ein Mann wurde verhaftet, die dritte Person – angeblich eine Frau – wurde erschossen. Die Lage scheint aber unter Kontrolle zu sein: Das iranische Fernsehen berichtet, dass die Arbeit im Parlament wieder aufgenommen wurde.


Für die sunnitische IS-Terrormiliz ist der schiitische Iran ein Erzfeind. Bisher war der Iran von Terrorattacken radikaler Islamisten jedoch weitgehend verschont geblieben, obwohl vom Iran unterstützte und finanzierte Milizen sowohl in Syrien als auch im Irak im Einsatz gegen den so genannten IS sind. Der IS steht an allen Fronten unter massivem Druck, kurdische Kämpfer haben mit dem lang erwarteten Sturm auf die IS-Hochburg Al-Rakka in Nordsyrien begonnen. Auch im nordirakischen Mossul haben sich die Islamisten im Abwehrkampf in der dicht besiedelten Altstadt verschanzt, Mossul ist die letzte verbliebene IS-Hochburg im Irak.

Die Angriffe des IS im Iran verschärfen die ohnehin immens angespannnte Situation im Nahen Osten, nachdem eine sunnitisch-islamische Allianz unter Führung Saudi Arabiens die diplomatischen Kontakte zu Katar abgebrochen hat. Die arabischen Staaten stoßen sich an den pragmatischeen Beziehungen Katars zum schiitischen Iran. Ausserdem kritisieren sie die Unterstützung der Muslimbruderschaft oder der Hamas, die im katarischen Doha ihr Hauptquartier hat – und auch vom Iran Unterstützung bekommt.