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34, Roma, Straßenverkäufer in Oslo

Florian-Petrus Cretu ist 34, stammt aus Rumänien und verkauft in Oslo die Obdachlosen-Straßenzeitung “Folk er Folk”.

Mit 18 hat er sein Land verlassen, seitdem ist er weit in Europa herumgekommen: Frankreich, Italien, Spanien, Belgien, Großbritannien,Schweden, Dänemark, Norwegen. “Ich komme von überall her”, sagt er.

Kein Einzelfall. Seit Rumäniens EU-Beitritt, der ihnen Niederlassungsfreiheit verschaffte, sind rumänische Straßenverkäufer, Autoscheibenputzer und Bettler keine Seltenheit in Europas Großstädten. Die Mehrheit der Rumänen in den skandinavischen Ländern bezeichnet sich selbst als Roma (Bericht der Rockwool Foundation Research Unit). In Rumänien leben sie weiterhin meist in Armut, haben nicht immer Zugang zu Bildungs- und Gesundheitswesen und werden oft diskriminiert. Im Ausland hoffen sie auf ein besseres Leben.

Cretu ist einer von circa 250 Rumänen, die in Norwegen mit dem Verkauf der Straßenzeitung “Folk er Folk” ihr Überleben sichern. Er wohnt in einer Wohnung mit seiner Frau, die ebenfalls die Zeitung verkauft. Der gemeinsame 8-jährige Sohn lebt bei der Familie in Rumänien. “Für mich ist es zu spät”, sagt Cretu, “aber ich kämpfe für meinen Sohn.”

Als er nach Norwegen kam, war er obdachlos. In manchen Nächten schlief er in der Unterkunft des Roten Kreuzes. Aber die begrenzte Zahl an Schlafplätzen wird per Los vergeben. Wer kein Glück hatte, musste draußen schlafen. Auch wenn er jetzt eine feste Bleibe hat: “Wir haben keine Versicherung für morgen. Vielleicht passiert heute Nacht etwas. Vielleicht gehe ich morgen nach Schweden, Dänemark, Italien. Überall hin.”

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