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"Null-Stern-Hotel" auf dem Berg: Ein Bett mit Aussicht

Eine originelle Hotelidee und ein Kunstprojekt der St. Galler Künstler-Zwillinge Frank und Patrik Riklin: Freiluftübernachtung auf dem Göbsi-Gipfel!

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"Null-Stern-Hotel" auf dem Berg: Ein Bett mit Aussicht

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295 Franken kostet die Freiluftübernachtung auf dem Berg, umgerechnet rund 270 Euro. Dafür gibt es: ein Doppelbett, Frühstück, einen Butler in Gummistiefeln und einen unbezahlbaren Panoramaausblick. Willkommen im “Null-Stern-Hotel”, einem Projekt der St. Galler Künstler-Zwillinge Frank und Patrik Riklin.

Nicht zum ersten Mal erproben die beiden das von ihnen entwickelte “Null”-Konzept (vor einigen Jahren war es eine minimalistische Übernachtung im Zivilschutzbunker), bei dem es nicht um den Verzicht auf Luxus, sondern das Erfahren eines anderen, neuen Luxus geht.

Parick Riklin: “Wir sind Künstler, wir machen das nicht, weil wir Hoteliers sind. Uns interessiert die Intention in der Gesellschaft. Wir haben ja auch die konsequente Immobilienbefreiung ausgerufen. Das heißt, ein Zimmer ohne Wände und Dach, das ist eine totale Befreiung. Und genau da beginnt die künstlerische Intention, die Transplantation in die Landschaft mit einem Kunstwerk, das von weitem, aussieht wie Photoshop, wie reingestellt in die Landschaft. Und dann wird es belebt durch reale Gäste, durch reale Butler, durch Leute, die in diesem Umfeld leben.”

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Apropos: Der Job wird vom örtlichen Bauern übernommen. Landwirt Köbi Dietrich, dessen Alphütte sich ganz in der Nähe befindet und der auf ein mehrköpfiges Null-Stern-Butler-Team zurückgreifen kann.

Ein besonderer Service ist der Fernsehdienst, vom Butler persönlich vorgetragen, der durch das Gehäuse eines ausgedienten TV-Kastens direkt zu den Gästen spricht..

Ab diesem Freitag darf man auf dem Göbsi-Gipfel bei Gonten im Appenzeller Land nächtigen. Bereits 1300 Buchungsanfragen sind eingegangen, das Bett sei schon bis zu 80 Prozent ausgebucht, sagt Frank Riklin. “Wir versuchen immer, die Kunst in den Alltag zu holen. Genau dadurch schöpfen wir aus unserer Arbeit, dadurch geschieht die Dynamik.”

Das originelle Hotelzimmer ist nur bei gutem Wetter im Betrieb. Bei Regen erhalten die Gäste in der nahen Alphütte Zuflucht und ein Dach über dem Kopf.

Eine letzte Frage? Ja, es gibt ein Badezimmer. Das ist rund drei Minuten Fußmarsch entfernt.

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Fotos: REUTERS/Arnd Wiegmann