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Verzaubert: Ein Sommernachtstraum in Aldeburgh


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Verzaubert: Ein Sommernachtstraum in Aldeburgh

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Benjamin Brittens “Sommernachtstraum” in einer neuen, fantastischen Fassung beim Aldeburgh Festival in Südostengland: Zum fünfzigjährigen Jubiläum seiner Konzerthalle eröffnete das Festival mit demselben Meisterwerk wie damals.



Nachdem Britten das Festival 1948 in seinem Wohnort Aldeburgh ins Leben gerufen hatte, wurde 1967 in der alten Mälzerei im Nachbardorf Snape die neue Konzerthalle eingeweiht.



“Snape Maltings”-Chef Roger Wright: “Die Mälzerei von Snape ist eins der ersten Industrie-Gebäude, die für kulturelle Zwecke umgenutzt wurden. Schon das war etwas Bahnbrechendes. Dinge, die wir heute als selbstverständlich ansehen – Musik an ungewöhnlichen Orten, in Industrieanlagen, in Kirchen, in anderen umgemünzten Gebäuden. Das ist für uns heute selbstverständlich, aber in den sechziger Jahren war es bahnbrechend und setzte generell fürs Musizieren neue Standards.”

Die britische Videokünstlerin Netia Jones führte Regie bei dieser neuen Fassung: “Alles was ich wollte, war, eine Atmosphäre und eine Umgebung zu schaffen, in der man völlig in diese erstaunliche Musik eintauchen kann. … und ein bisschen über die Magie dieses Ortes selbst nachdenken kann. Ich möche einfach etwas darstellen mit einem bestimmten Grad an Authentizität, aber auch einer gewissen Frische, und ich glaube, das war exakt das, was Britten gemacht hat. Er hat sich sehr für Ideen, Quellen und Modernität interessiert – nicht, weil er unbedingt modern sein wollte, sondern weil er die Dinge erkunden wollte.”



Counter-Tenor Iestyn Davies, der den Elfenherrscher “Oberon” im “Sommernachtstraum” gibt: “Netias charakteristischer Stil, Video und Projektionen einzusetzen, funktioniert sogar viel besser als irgend so eine Form von Schleier über Oberon. Die ganze Oper dreht sich um den Schlaf und diese Art von Gaze, durch die wir die Wirklichkeit sehen können, und wir sehen die Wirklichkeit nicht.”



Sopranistin Sophie Bevan, “Oberons” Gattin “Tytania”: “So wundervoll an Benjamin Britten ist, dass er sich vor allem um die Gemeinschaft Gedanken machte und sicherstellen wollte, dass die Menschen, egal wo die Musik gespielt wird, daran teilhaben können. Wir haben zum Beispiel in dieser Aufführung Jungen aus dem benachbarten Schulchor eingesetzt. Keiner von denen war je zuvor in einer Oper, und es ist ganz toll und aufregend für sie.”


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