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Euronews Interview mit Andy Murray


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Euronews Interview mit Andy Murray

Nur noch wenige Tage bis zum Start des Tennis Turniers in Wimbledon. 2013 konnte Andy Murray das prestigeträchtige Turnier in seiner Heimat zum ersten Mal gewinnen und auch im letzten Jahr ging der Brite als Sieger vom Platz. Euronews Reporter Andy Robini hat den aktuellen Weltranglistenersten in London getroffen:

Frage Andy Robini:
“Andy Murray, vielen Dank, dass sie bei uns sind und Glückwünsche zu einem besonderen Jahr. Sie haben es geschafft die Spitze zu halten, dass zeugt von Kontinuität. Bei den French Open haben sie eine solide Leistung gezeigt und jetzt kommt der Höhepunkt des Jahres in Wimbledon. Sie haben Heimvorteil. Was bedeutet es hier zu spielen, wie ist die Atmosphäre?”

Antwort Andy Murray:
‘‘Für alle britischen Tennisspieler ist es eine besondere Zeit. Es herrscht ein bisschen mehr Druck als sonst aber die Atmosphäre ist großartig. Die Unterstützung durch das heimische Publikum ist fantastisch und hat mir und anderen Spielern natürlich auch in meiner Karriere schon sehr geholfen.

Tim Henman hatte hier seine beste Zeit. Viele Leute denken, dass der Druck und die Aufmerksamkeit es schwieriger machen, aber ich denke, dass die Unterstützung, die man während des Spiels bekommt das ausgleicht und einen großen Unterschied macht”.

Frage:
“Sie kommen also mit der sogenannten “Murraymania” zurecht? Sie glauben der Hype steigert ihre Leistung?”

Andy Murray:
“Ich denke, Druck ist eine gute Sache. Ich mag es angespannt und nervös zu sein. Es hilft mir, mich besser zu konzentrieren. Es kann offensichtlich manchmal stressig sein, aber sobald man dort draußen auf dem Platz steht, ist Druck eine gut Sache. Ich fühle, wie der Druck mich besser macht. Ich hoffe, es klappt auch in diesem Jahr”.

Frage:
“Sprechen wir über Ihre Gegner. Wer sind die Herausforderer?”

Andy Murray:
“Im Sport ist das schwer einzuschätzen. Bei den French Open beispielsweise hat bei den Frauen gerade eine 19-Jährige gewonnen. Ok sie wurde während des Turniers 20 Jahre alt, aber Jelena Ostapenko hat gewonnen. Sie war 50. der Weltrangliste.

Bei den Herren ist es vielleicht etwas offensichtlicher. Roger Federer hat in diesem Jahr eine beeindruckende Leistung gezeigt und auch Rafael Nadal hat bei den French Open überzeugt. Ich hoffe, auch ich kann eine gute Leistung zeigen. Es gibt einige Spieler, die gewinnen können”.

Frage:
“Sie haben Roger Federer erwähnt. Sie haben 2012 gegen ihn verloren und nach dem Finale eine Rede gehalten. Sie war sehr emotional. Wie haben sie sich seit dem physisch und psychisch weiterentwickelt?”

Andy Murray:
“Psychisch bin ich einen Schritt weiter. Es war ein harter Verlust für mich. Es war eines der härtesten Spiele in meiner Karriere. Es war das vierte Mal, dass ich ein Grand-Slam-Finale verloren hatte, ich hatte noch nie ein Grand-Slam-Finale gewonnen. Sie wissen, dass ich einige Chancen in diesem Spiel hatte. Ich hätte gewinnen können.

Es war hart zu verlieren und ein sehr emotionaler Moment für mich. Vier Wochen später traf ich im Finale der olympischen Spiele erneut auf Roger Federer, auf demselben Platz und machte eines der besten Spiele meines Lebens. Das war ein Wendepunkt in meiner Karriere”.

Frage:
“Ein Wort zu ihrem Team. Die Sportlegende Ivan Lendl ist ihr Trainer. Wie ist es mit ihm zu arbeiten und zu wem haben sie aufgeblickt, als sie jünger waren?”

Andy Murray:
“Ich denke, es ist gut einen ehemaligen Weltklassespieler im Team zu haben. Das hilft sehr, denn er hat dieselben Erfahrungen gemacht. Er hat bei Grand Slam Turnieren im Finale gestanden, hat gegen große Gegner gespielt und musste kämpfen, um sein Spiel zu verbessern und an der Spitze zu bleiben.

Die meisten großen Spieler mussten harte Momente in ihrer Karriere durchleben und wenn einem der ehemalige beste Spieler der Welt etwas erklärt, dann hilft das und macht den Unterschied. Das ist der Grund, warum man viele ehemalige Top-Spieler im Umfeld von Spitzenspielern sieht”.

Frage:
‘‘Der Tenniskalender ist sehr voll. Das muss schwierig sein. Denken sie, dass es zuviel ist? Sollte die Anzahl der Turniere reduziert werden?”

Andy Murray:
“Ja, ich denke, das wäre gut. Ich denke, es wäre gut für das Tennis. Es würde zur Gesundheit der Spieler beitragen und das ist natürlich eine gute Sache. Die Saison beginnt in der ersten Januarwoche und das letzte Turnier ist Mitte bis Ende November.

Es ändert sich manchmal ein wenig, aber es gibt nicht viel Zeit für Ruhe und Pausen.Es ist wichtig, dem Körper zwischendurch eine Auszeit zu gönnen. Derzeit muss ich meine Terminplanung sehr umsichtig gestalten und die Tage zwischen den Turnieren zur Erholung nutzen. Also ja, weniger Pflichtveranstaltungen wären besser”.

Frage:
“Wenn Sie kein Tennisprofi wären, was würden sie heute machen?”

Andy Murray:
“Ich bin sehr dankbar, das Tennis für mich funktioniert hat. Sie müssen wissen, dass ich die Entscheidung ein professioneller Tennisspieler zu werden getroffen habe, als ich 15 Jahre alt war und es hat geklappt. Vielleicht hätte ich auch etwas anderes getan.

Ich hätte gern etwas Zeit an der Universität verbracht. Viele meiner Freunde haben das getan und sind an amerikanische Universitäten gegangen und hatten eine tolle Zeit. Mit etwas weniger Druck spielten sie weiter Tennis und bekamen auch eine Ausbildung. Ich habe mich sehr jung auf Tennis konzentriert und es hat funktioniert. Ich hätte auch gerne im Sportbereich gearbeitet.

Als ich aufwuchs habe ich viel Sport gemacht. Ganz unterschiedliche Sportarten. Ich mag Sport und ich sehe viel Sport. Also in dem Bereich hätte ich sicher auch gerne gearbeitet.”

Frage:
“Kürzlich haben Sie die Opfer der Terrorangriffe von London und Manchester geehrt. In ihrer Autobiografie erwähnen Sie einen Vorfall, an dem Sie beteiligt waren, als Sie jünger waren. Einen Schusswechsel an ihrer Schule.
Wie hat sie dieses Ereignis beeinflusst, nachdem sie das gesehen haben?”

Andy Murray:
‘‘Es war für alle in der Stadt eine schwierige Zeit. Für die Einwohner und die betroffenen Familien. Ich war damals sehr jung, also weiß ich nicht, wie viel Einfluss das Ereignis auf meine Karriere gehabt hat. Aber ich bin mittlerweile Stolz darauf, was ich in meiner Karriere erreicht habe und ich bin dankbar für all die Unterstützung, die ich aus meiner Heimatstadt Dunblane bekommen habe.

Jeder beschäftigt sich anders mit Problemen, aber ich denke, es ist das Beste darüber zu sprechen. Es ist wichtig zu reden und sich nicht zu verschließen. Das kann die Dinge schwieriger machen und ein offenes Gespräch ist immer die beste Option.”

Frage:
“Andy Murray, vielen Dank das sie sich die Zeit für uns genommen und alles Gute für die Titelverteidigung in Wimbledon”.

Andy Murray:
“Vielen Dank.”

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