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Europäischer Erfinderpreis 2017


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Europäischer Erfinderpreis 2017

“Hallo und herzlich willkommen in Venedig. Bereits seit dem 9. Jahrhundert gilt die Stadt als internationales Finanzzentrum. Hier im Arsenale di Venezia war Galileo Galilei unter anderem als Berater für Instrumentenbauer tätig.

Die Stadt der Kanäle war auch die Heimat des Händlers und Reisenden Marco Polo und so ist der Ort, an dem heute die Tagestouristen auf Entdeckung gehen, gut gewählt um hier den europäischen Erfinderpreis 2017 zu verleihen.”

Malaria ist eine der zehn tödlichsten Krankheiten unserer Zeit. Aber sie wird nur in zehn Prozent aller Fälle erkannt. Mit der Entwicklung eines automatisierten, computerbasierten Blutschnelltests für Malaria setzen der niederländische Hämatologe Jan van den Boogaart und der österreichische Biochemiker Oliver Hayden neue Maßstäbe:

“Der Erreger ist eine bemerkenswerte Kreatur mit einem komplizierten Lebenszyklus. Er versteckt sich, er schützt sich, er will überleben und er tut dies in einer so effizienten Weise, dass wir auch heute noch weit davon entfernt sind zu sagen, dass wir Malaria besiegt haben”.

Günter Hufschmid ist für seine Erfindung zur Bekämpfung von Ölteppichen ausgezeichnet worden. Der Chemiker erhielt den Erfinderpreis in der Kategorie “Kleine und mittelständische Unternehmen”. Dank seiner Entdeckung hat die Welt eine neue Waffe im Kampf gegen Ölteppiche und chemische Verschmutzungen.

Es handelt sich um ein synthetisches Wachs, dass das Siebenfache seines eigenen Gewichts an hydrophoben Flüssigkeiten aufsaugen kann, ohne dabei Wasser aufzunehmen. Das macht es zu einem idealen Mittel, um ausgelaufenes Öl zu beseitigen.

Der Publikumspreis ging an Adnane Remmal. Der Vormarsch multiresistenter Bakterien ist eine wachsende globale Herausforderung. Der marokkanische Biologieprofessor Adnane Remmal hat einen Weg gefunden, um die Wirksamkeit von Antibiotika zur Behandlung bakterieller Infektionen zu verbessern, indem er sich die medizinischen Eigenschaften heimischer Pflanzen zunutze macht:

“Ätherisches Öl ist eine Waffe, die von Pflanzen benutzt wird, um Bakterien zu bekämpfen, um Pilze zu bekämpfen, und um Viren zu bekämpfen. Also warum nicht diese Waffe von Pflanzen nehmen und den Tieren und Menschen geben. Das haben wir getan und das funktioniert”.

Die US-amerikanischen Ingenieure James G. Fujimoto und Eric A. Swanson und der deutsche Physiker Robert Huber haben für die Entwicklung der optischen Kohärenztomographie (OCT) den Erfinderpreis für medizinische Diagnostik erhalten.

Ihnen ist es zu verdanken, dass Ärzte heute zur Früherkennung von Krebs und grünem Star Echtzeitbilder von menschlichem Gewebe erzeugen können. Ihr revolutionäres bildgebendes Verfahren ist heute Standard bei Augenuntersuchungen:

“Es gibt unterschiedliche Anwendungen in verschiedenen klinischen Bereichen und repräsentiert darüber hinaus aus ein gutes Beispiel für internationale Zusammenarbeit”.

Der italienische Mikrobiologe Rino Rappuoli wurde für sein Lebenswerk ausgezeichnet und das europäische Team von Forschern, dass Galileo, das europäische globale Satellitennavigationssystem weiterentwickelt, wurde mit dem Forschungspreis 2017 ausgezeichnet.

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