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Grausamer Verdacht: Patienten in Sizilien für Schmiergeld getötet

Wurden Patient gezielt getötet, damit sich Bestattungsunternehmen bereichern konnten?

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Grausamer Verdacht: Patienten in Sizilien für Schmiergeld getötet

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Die sizilianische Polizei ermittelt wegen Vorwürfen, nach denen Rettungshelfer kranke Patienten gezielt töteten haben, um Schmiergeld von Bestattungsunternehmen einzustreichen.

Es geht um Todesfälle in der Stadt Biancavilla, rund 30 Kilomter von der östlichen Stadt Catania entfernt. Die Anschludigungen stützen sich auf die Aussagen eines Informanten, der im italienischen Fernsehen aufgetreten war. Seit 2012 sollen seinen Angaben nach dutzende Menschen getötet worden sein. Konkret geht es um Krankentransporte von Patienten, die in das Santissima Addolorata Krankenhaus gebracht werden sollten.

Rettungshelfer oder Sanitäter sollen den Kranken Luft in die Venen injiziert haben. Dadurch wird die Durchblutung blockiert, was letztendlich zu Organversagen führt.

Der stellvertretende Staatsanwalt Andrea Bonomo leitete daraufhin offiziell die Ermittlungen ein.

Schon in der Vergangenheit hatte es Ermittlungen gegeben, weil Krankenhauspersonal verdächtigt wurde, die Namen todkranker Patienten an Bestattungsunternehmen weitergegeben zu haben. Letztere hätten so versucht, an mehr Aufträge zu kommen.

Ein erfolgreicher Tip war den Unternehmen rund 300 Euro wert.

Das Ausmaß der Verdächtigungen und die Art, wie die Machenschaften ausgeführt wurde, legen nahe, dass die örtliche Mafia in die Vorkommnisse vertrickt ist. Es wird angenommen, dass sie sich solch eine lukrative Geschäftidee nicht streitig machen lässt.

Doch bisher gibt es dafür keine handfesten Beweise. Der Krankenhausträger leitete eigene Ermittlungen ein. Auf Anfrage von euronews wollte der Präsident des italienischen Verbands von Rettungshelfern keinen Kommentar zur laufenden Untersuchung abgeben.

Das Krankenhaus Santissima Addolorata soll nichts von dem Skandal gewusst haben. Die Leitung sieht den Ruf der Klinik in Gefahr. Sollten die Anschuldigungen wahr sein, werde man entsprechend gegen die Verantwortlichen vorgehen, so das Management.