Eilmeldung

Eilmeldung

Ethische Bedenken: Experten warnen vor Sex-Robotern

Sie lesen gerade:

Ethische Bedenken: Experten warnen vor Sex-Robotern

Schriftgrösse Aa Aa

Für viele Menschen könnten sogenannte Sex-Roboter eine wichtige Funktion einnehmen. Gerade für ältere oder körperlich eingeschränkte Menschen, die ihre Sexualität oft nur schwierig ausleben können. Doch Experten warnen nun, dass die Maschinen nicht nur Vorteile bringen, sondern auch ethische Fragen aufwerfen.

In einem Bericht erklärt der Verband für einen verantwortlichen Umgang mit Robotern, dass androide Liebes-Puppen mit künstlicher Intelligenz eine Revolution für den Sex bedeutet und einer großen Bevölkerungsschicht helfen wird.

Allerdings wird in dem Bericht auch gewarnt, dass die menschenähnlichen Roboter komplexe Auswirkungen auf die Gesellschaft und das Verhalten der Menschen haben könnten.

Die Puppen sind personalisierbar, fühlen sich fast an wie echte Menschen und kosten umgerechnet zwischen 4.000 und 13.000 Euro.

Welchen Vorteil bringen die Roboter?

Die Puppen mit der künstlichen Intelligenz könnten für einsame, behinderte oder ältere Menschen, für die es schwer ist intime Beziehungen zu führen, Begleiter und Gesellschafter sein.

Sie könnten sogar in der Sexualtherapie eingesetzt werden und Personen helfen, bestimmte Erfahrungen zu machen.

Dr Aimee van Wynsberghe, Co-Direktorin von FRR und Dozentin für Ethik an der Technischen Universität von Delft sagte: “Wenn wir von Personen sprechen, die nicht nur eine Behinderung haben, sondern auch traumatisiert sind, kann dies in gewisser Weise vorteilhaft sein, in ihrem sogenannten (sexuellen) Heilungsprozess”.

Welche Probleme kommen durch die Roboter auf?

Trotz der postiven Effekte durch die Sex-Roboter wird in dem Bericht auch die umstrittene Seite der Nutzung solcher Puppen dargelegt. Probleme, die laut des Autoren des Berichts sowohl von der Öffentlichkeit als auch von der Poltik in Betracht gezogen werden müssen.

Van Wynsberghe mahnte, ein Gleichgewicht zwischen Regulierung (bezüglich der Vorstellung eines jeden in Hinsicht auf Kinder und Frauen als sexuelle Objekte) und Überregulierung müsse gefunden werden.

Den Autoren des Berichts zufolge könnte sich die gesellschaftliche Wahrnehmung von Geschlechtern und die Rolle von Frauen durch die Puppen verändern. Denn sie könnten auch dazu dienen, Fantasien auszuleben, die eigentlich illegal sind.

Einer der Autoren des Berichts, Noel Sharkey, ist Professor für künstliche Intelligenz und Robotik an der Sheffield University. “Manche Menschen sagen, es ist doch besser, wenn eine Puppe vergewaltigt wird, als ein echter Mensch”, wiederholt Sharkey eines der häufigsten Argumente. “ Doch auf der anderen Seite glaubt man, könnten die Puppen Vergewaltiger ermutigen.

Sharkey ist sich sicher, dass die Präsenz von künstlicher Intelligenz und der “Sextechnik” in unserem Leben nicht mehr vermeidbar ist: “Ich sag es Ihnen, die Roboter kommen definitiv.” Allerdings meinte der Wissenschaftler, dass die fehlende Kontrolle ihrer Nutzung Sorgen macht und dringend adressiert werden müsse. “ Wir als Gesellschaft müssen darüber nachdenken, wie wir das angehen wollen.”