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Moskau: Küsse für den heiligen Nikolaus


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Moskau: Küsse für den heiligen Nikolaus

Küsse für den heiligen Nikolaus von Myra: In Moskau pilgern Gläubige in Scharen in die Christ-Erlöser-Kathedrale, um die Gebeine des Heiligen sehen zu können und den Schrein zu liebkosen. Mehr als 1,5 Millionen Menschen haben die Leihgabe der katholischen Kirche seit Mai besucht. Die Reliquien sind eigentlich im italienischen Bari aufgebahrt und haben den Ort erstmals seit über 900 Jahren verlassen. In Moskau stehen die Gläubigen teilweise bis zu zehn Stunden an.

“Es ist eine Freude, eine Feier für unsere Seelen“, so ein Besucher. „Zum ersten Mal ist dieses Wunder nach Russland gekommen und wir haben es geschafft, es zu sehen. Das ist eine Freude, die ich schwer beschreiben kann.”

“Er ist unser wichtigster und liebster Heiliger“, sagt eine Besucherin. „Wir wenden uns an ihn wie an einen Vater. Wir beten und er kann uns hören.”

Nikolaus von Myra ist für orthodoxe Christen einer der wichtigsten Heiligen. Auf ihn geht die Legende vom Nikolaus zurück. Die kilometerlangen Schlangen vor der Christ-Erlöser-Kirche dürften noch bis zum 12. Juli andauern. Dann werden die Reliquien nach St. Petersburg überführt, bevor sie Ende des Monats wieder nach Italien zurückkehren.

Dass die Gebeine des Heiligen Italien nach so langer Zeit erstmals verließen, ist einem Treffen zwischen Papst Franziskus und dem Patriarchen der Orthodoxen Kirche, Kirill, zu verdanken. Die Kirchenmänner hatten sich bei einem historischen Treffen 2016 in Kuba darauf geeinigt.