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Ventina - ein Gletscher auf dem Rückzug

Der Ventina-Gletscher in den italienischen Alpen schrumpft durch den Klimawandel jährlich um etliche Meter

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Ventina - ein Gletscher auf dem Rückzug

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Der Ventina-Gletscher in den italienischen Alpen, im Valmalenco in der Lombardei, schrumpft durch den Klimawandel jedes Jahr um einige Meter.

Mattia Gussoni vom Glaziologischen Dienst der Lombardei: “Wir stehen hier auf dem Gletscherweg auf etwa 2.050 Metern Höhe und können sehen, wie weit der Gletscher 1932 reichte. Die Plakette, die der Glaziologische Dienst der Lombardei auf dem Findling hier angebracht hat, besagt, dass der Gletscher bis hierhin reichte. In weniger als einem Jahrhundert hat er also rund einen Kilometer Länge eingebüßt. Man kann die zwei eindrucksvollen Randmoränen sehen, die der Gletscher in der Kleinen Eiszeit bildete, einer Klimaperiode zwischen etwa 1500 und 1850. Er füllte die Fläche dazwischen komplett aus. Wir reden über eine Dicke von rund hundert Metern, die im vergangenen Jahrhundert verloren ging. Und in der jüngeren Vergangenheit verliert der Gletscher rund dreißig Meter in jedem Jahr.”

Nachdem wir über ein Schneefeld gewandert sind, erreichen wir den Gletscher. Das Problem ist, dass es in den vergangenen Wintern kaum Schnee gab, der lange genug liegenblieb, um den Gletscher zu speisen. Gussonis Kollege Andrea Toffaletti: “Dieser Eis-Verlust Jahr um Jahr ist nicht nur ein Umweltproblem des Gletschers, sondern auch ein Problem für die Wasservorräte in der Po-Ebene, der Pianura Padana. Sie hängt sehr vom Wasser ab, das im Sommer von den Gletschern kommt und das rund zehn bis 15 Prozent des Durchflusses in den linken Nebenflüssen des Po in der Lombardei ausmacht. Durch das Zurückgehen des Gletschers dürfte sich die Lage verschärfen. Die linken Nebenflüsse des Po werden in den Sommermonaten weniger Wasser führen und vergleichbar sein mit den Flüssen in den Appeninen, die nicht durch Gletscher gespeist werden.”

Video: Elena Roda
Musik: “Words don’t cover”, Club Voltaire