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Stimmungstest: Pakistan wählt Sharif-Ersatz

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Stimmungstest: Pakistan wählt Sharif-Ersatz

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In der pakistanischen Stadt Lahore haben am Sonntag zahlreiche Bürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, trotz angespannter Sicherheitslage und Stromausfällen. Es ist die Nachwahl für den Parlamentssitz von Ministerpräsident Nawaz Sharif, der im Juli wegen Korruptionsverdachts abgesetzt worden war. Für seine Partei PML-N tritt Sharifs Ehefrau Kulsoom an, ihr werden trotz der Vorwürfe gegen ihren Gatten gute Chancen vorausgesagt.

“Ich appelliere an alle Wähler”, warnt Yasmin Rashid, Kandidatin der Partei PTI, die um einen knappen Sieg über Sharifs PML-N kämpft. “Heute wird Geschichte geschrieben. Ignoriert, dass ihr heute einen freien Tag habt, kommt aus euren Häusern. Wählt eine bessere Zukunft für eure Kinder.”

Die Sicherheitsvorkehrungen sind hoch, die Spannungen groß: Imran Khan, Chef der PTI und dank einer erfolgreichen politischen Kampagne für den Abgang Sharifs mitverantwortlich, gibt es seinem Anwalt zufolge einen Haftbefehl wegen Geringschätzung der Wahlkommission. Außerdem stellt sich mit der Milli Muslim League (MML) eine Partei zur Wahl, die angeblich hochrangigen Terroristen um Hafiz Saeed ergeben sein soll. Auf den haben die USA ein Kopfgeld von zehn Millionen Dollar ausgesetzt; ihm wird vorgeworfen, hinter den Anschlägen im indischen Mumbai vor neun Jahren zu stecken. Die MML erhob in den Sozialen Medien Vorwürfe, es habe Unregelmäßigkeiten bei der Wahl gegeben.


Die Wahl gilt als Stimmungstest für 2018. Dann werden die Pakistaner wieder regulär zur Wahl gebeten. Der ehemalige Ministerpräsident Nawaz Sharif selbst war bis zuletzt gegen seine Amtsenthebung vorgegangen. Am Freitag hatte der Oberste Gerichtshof aber alle seine Anträge abgewiesen. Unter anderem waren Namen von Sharifs Familie im Zusammenhang mit Steueroasen in den Panama Papers aufgetaucht. Nawaz Sharif selber wurde jedoch nicht konkret erwähnt.