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Angriff auf Hilfslieferungen: Rohingya in Myanmar weiter unter Druck

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Angriff auf Hilfslieferungen: Rohingya in Myanmar weiter unter Druck

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Gleich zwei schlechte Nachrichten gibt es für die Rohingyas, die muslimische Minderheit in Myanmar, die derzeit massiver Verfolgung ausgesetzt ist: In der Unruheprovinz Rakhaing haben wütende Bürger eine Hilfslieferung des Roten Kreuzes angegriffen. Und im Nachbarland Bangladesch, wo derzeit Hunderttausende geflüchtete Rohingya leben, ist ein Lastwagen mit Hilfslieferungen in einen Graben gestürzt und hat neun Menschen unter sich begraben.

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"Ich glaube nicht, dass wir jemals wieder zusammen leben können"

Kyaw San Tint Ladenbesitzer in Sittwe

Die US-Regierung hat die Krise inzwischen als Gefahr für die ganze Welt bezeichnet; bei den Vereinten Nationen in New York hat Myanmars Vizepräsident Henry Van Thio das Vorgehen seiner Regierung in der Krise verteidigt: “Ich kann Ihnen mitteilen, dass sich die Lage verbessert hat. Seit dem 5. September hat es keine bewaffneten Zusammenstöße mehr gegeben. Gleichzeitig macht uns aber Sorgen, dass die Zahl der Muslime, die nach Bangladesch abwandern, ungebrochen hoch ist.”

In Bangladesch soll jetzt ein improvisiertes Flüchtlingslager errichtet werden, damit die Rohingya zumindest vor dem Monsunregen geschützt sind. Aber eigentlich will das Land die Flüchtlinge auch wieder loswerden. Die Regierung des muslimisch geprägten Bangladesch hofft jetzt auf Hilfe aus der restlichen islamischen Welt für ihre Glaubensbrüder aus Myanmar. Unterstützung gibt es jetzt aus Deutschland: Die Bundesregierung hat fünf Millionen Euro Hilfsgelder für das Internationale Rote Kreuz zugesagt.

Das Rote Kreuz und der Rote Halbmond helfen den Geflüchteten in Bangladesch