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Erst abgeschoben, dann 80 Peitschenhiebe: Leila leidet im Iran

80 Peitschenhiebe im Iran - die Bilder von Leila erregen in den sozialen Netzwerken und in den Medien in Norwegen Aufmerksamkeit.

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Erst abgeschoben, dann 80 Peitschenhiebe: Leila leidet im Iran

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Auf dem Rücken sieht man die blutigen Striemen, das Bild hat in den sozialen Netzwerken nicht nur in Norwegen für einen Aufschrei gesorgt. Denn die 36 Jahre alte Leila Bayat hatte in Norwegen kein Asyl erhalten. Sie im März 2017 ausgewiesen worden, nachdem sie acht Jahre lang in dem skandinavischen Land gelebt hatte.

Am vergangenen Dienstag wurde Leila Bayat mit 80 Hieben ausgepeitscht, dazu war die Frau wegen des Trinkens von Alkohol verurteilt worden.

Das norwegische TV2 hat eine Freundin der abgeschobenen Iranerin getroffen, die übers Internet mit Leila Bayat gesprochen hat.

“Hallo, Leila, wie geht es Dir?”, fragt die Freundin.

“Nicht gut, gar nicht gut. Es tut sehr weh. Ich habe 80 Peitschenhiebe bekommen und kann kaum sprechen,” antwortet Leila Bayat.

Die norwegischen Immigrationsbehörden hatten nicht an Leilas Bayats Aussagen geglaubt und wollten ihr keinen Schutz anbieten. Diese Entscheidung will sie jetzt anfechten.

Ihr Anwalt Preben Kløvfjell meint, dass die Genfer Flüchtlingskonvention verletzt wurde – vor allem weil Leila Bayat in ein Land abgeschoben wurde, wo die Gefahr bestand, dass sie Folter und inhumaner Behandlung ausgesetzt werde. Er sagt, Norwegen habe internationale Bestimmungen nicht beachtet.

Verschiedene Menschenrechtsorganisationen setzen sich für die Iranerin ein. Gerhard Folkvord von Amnesty International meint, dass die Entscheidung die autoritäre politische Linie der Regierung widerspiegele. Asylbewerber müssten beweisen, dass sie nicht schummeln.