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Rechtsradikalen-Marsch in Schweden endet glimpflich

"Nordische Widerstandsbewegung" gilt als gewaltbereit - 350 provisorische Gefängnisbetten standen schon in einer Polizeigarage

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Rechtsradikalen-Marsch in Schweden endet glimpflich

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In Schweden sind während eines Marsches der rechtsextremen sogenannten Nordischen Widerstandsbewegung (Nordic Resistance Movement, NMR) in Göteborg mindestens 30 Teilnehmer festgenommen worden. Laut Polizei wurde ein Polizist leicht verletzt. Die größte skandinavische Buchmesse in der Stadt endet an diesem Sonntag.

Die Demonstration war genehmigt, die Polizei hatte sich auf bis zu 1.000 Demonstranten und bis zu 10.000 antifaschistische Gegendemonstranten vorbereitet – und vorsorglich 350 provisorische Gefängnisbetten in einer Polizeigarage bereitgestellt.


Zuvor war die Demonstrationsstrecke wurde nach harscher Kritik so geändert worden, dass die Demonstranten nicht an den Synagogen der Stadt vorbeikamen. Die schwedische Kirche organisierte einen landesweiten Protest. Sie rief die Bevölkerung auf, als Symbol gegen den von der nordischen Widerstandsbewegung verbreiteten Hass Kerzen in die Fenster der Häuser zu stellen. Zu Beginn der Demonstration wurden die Glocken der Christinenkirche der Deutschen Gemeinde Göteborg geläutet. Schriftsteller lasen im Rahmen der Buchmesse vor dem Dom über den gleichen Wert aller Menschen.

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Rund 10.000 Menschen blockierten heute in Göteburg einen Aufmarsch von Neonazis der Nordische Widerstandsbewegung (NMR). Laut Polizei wurden 50 Personen verhaftet. Rechte aus Deutschland wurde bei der Anreise gestoppt. “Der III. Weg” hatte u.a. zur Teilnahme aufgerufen.

— infozentrale (@infozentrale) 30. September 2017


Selbsterklärtes Ziel der rechtsradikalen Organisation ist es, die Demokratie und demokratische Parteien abzuschaffen. Viele Mitglieder sind vorbestraft und gefürchtet wegen brutaler Gewalttaten bei Demonstrationen.

su mit Reuters