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Myanmar: Militär bestreitet Vorwürfe

Rohingya: Myanmars Armee hat einen Bericht über die Vorfälle veröffentlicht.

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Myanmars Streitkräfte haben die Vorwürfe von Menschenrechtsverbrechen gegen die muslimische Minderheit der Rohingya zurückgewiesen. Eine Befragung von 2800 Rohingya habe keine Beweise für solche Vorwürfe erbracht, teilte die Armee auf ihrer offiziellen Facebook-Seite mit.

Im August hatten Rohingya-Rebellen Wachposten angegriffen.

Nach Angaben des Militärs handelte es sich um Terroristen.

Mehr als 300 Rohingya seien getötet worden, sie seien aber alle Kämpfer gewesen, die auch selbstgemachten Bomben hatten.

Auf Zivilisten sei zu keinem Zeitpunkt geschossen worden.

Geflohene Rohingya, die von UN-Ermittlern befragt wurden, hatten von Brandschatzungen, Vergewaltigungen und Massenerschießungen durch die Soldaten berichtet. Laut Amnesty International gibt es “überwältigende Beweise” für systematische Angriffe auf die Rohingya-Bevölkerung.

UN-Generalsekretär António Guterres besprach den Konflikt nach Angaben der Vereinten Nationen unterdessen bei einem Treffen mit Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die de facto die Regierung in dem südostasiatischen Land führt. Der UN-Chef habe betont, dass es größerer Anstrengungen bedürfe, humanitäre Hilfe zu leisten und den geflüchteten Rohingyas eine “sichere, würdige, freiwillige und anhaltende Rückkehr” zu ermöglichen, hieß es.

Auch sei eine “wahre Aussöhnung zwischen den Gemeinschaften” notwendig.

Obwohl sich das Militär nach eigener Einschätzung nichts vorzuwerfen hat, wurde einem Medienbericht zufolge der für Rahkhine verantwortliche Militärchef ausgetauscht. Kommandeur Maung Maung Soe wurde das Kommando für den Westen des Landes entzogen, wie die Nachrichtenagentur Narinjara unter Berufung auf eine dem Militär nahe Quelle berichtete. Der General sei auf einen anderen Posten versetzt worden. Der Grund dafür war zunächst unklar.

Sein Nachfolger als Chef des Westkommandos soll demnach Soe Tint Naing werden, der zuvor im Logistikbereich der Armee tätig war. Seit den brutalen Militäraktionen Ende August sind Hunderttausende Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya aus dem buddhistisch geprägten Myanmar ins Nachbarland Bangladesch geflohen.

Dort leben sie häufig unter unmenschlichen Bedingungen in Flüchtlingslagern. Der UN-Sicherheitsrat forderte Myanmar zum Ende der Gewalt gegen die Rohingya auf.

Myanmar betrachtet die Rohingya als illegale Einwanderer und verweigert den meisten die Staatsbürgerschaft, obwohl die Familien vieler schon seit dem 19. Jahrhundert in Myanmar leben. Die Behörden bezeichnen sie als “Bengalis». Die Militäraktionen werden in dem südostasiatischen Land verbreitet als legitime Operationen gegen Terroristen gesehen.