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Streik in 119 Gefängnissen

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Streik in 119 Gefängnissen

Streik in 119 Gefängnissen
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Der Streik der französischen Gefängnisaufseher geht weiter. An diesem Mittwoch gab es in mindestens 119 Gefängnissen Protestaktionen, Streiks oder Blockaden. 

Anlass waren mehrere Angriffe auf sie von Gefangenen gewesen, allerdings seien die Arbeitsbedingungen und die Zustände in den Haftanstalten Frankreichs seit langem katastrophal. Mitarbeiter fordern mehr Personal und eine besserere Ausstattung der Einrichtungen. Ein Angebot der nationalen Gefängnisverwaltung ging Justizgewerkschaften nicht weit genug.

François Bès von der Internationalen Organisation OIP, die sich um das Wohl von Gefangenen kümmert, meint: "Durch den Streik der Wärter verschlechtern sich die Bedingungen der Gefangenen. Sie kommen so gut wie gar nicht mehr aus ihrer Zelle heraus. Sie kommen nicht mehr an die frische Luft. Ehrenamtliche Helfer, Psychologen, Seelsorger kommen nicht mehr hinein. All diese Hilfe geht den Gefangenen ab. In vielen Anstalten können die Gefangenen sich nicht mehr duschen, da keiner da ist, der sie in die Gemeinschaftsduschen führen könnte. In der Zelle gibt es ja keine Dusche. Sie kommen zum Beispiel auch nicht mehr in den Gemeinschaftsraum, wo sie spielen oder gemeinsam fernsehen könnten. Besuche von Familienangehörigen sind zur Zeit auch nicht möglich. All das führt zu verstärkten Spannungen, die Haftbedingungen sind dadurch noch einmal erschwert."

Justizministerin Nicole Belloubet war vor Ort in Vendin-le-Vieil im Norden Frankreichs und versprach neue Gespräche, um eine Lösung zu finden. Sie appellierte an die Verantwortung aller.