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Europas Wirtschaft wächst, aber nicht so toll

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Europas Wirtschaft wächst, aber nicht so toll

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Das Wirtschaftswachstum in Europa hat sich abgeschwächt. Die Statistikbehörde Eurostat hat die Zahlen für den Anfang des Jahres bekanntgegeben. Demnach ist das Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union und der Eurozone im ersten Quartal nur um ein knappes halbes Prozent gewachsen. Damit hat sich eine Prognose der Statistiker von Anfang des Monats bestätigt.

Jack Allen, Analyst bei Capital Economics, verweist auf temporäre Faktoren. Streiks und das schlechte Wetter hätten die Bauwirtschaft und die Industrie belastet. So sei die Produktionssteigerung der Industrieunternehmen in der Eurozone im März schwächer als erwartet ausgefallen.

Im Jahresvergleich beträgt das Wachstum rund zweieinhalb Prozent, in der Eurozone ist es leicht höher als in der gesamten EU. Ein Grund dafür: Großbritannien. Die Wirtschaft des Landes ist eine der am langsamsten wachsenden, nur 0,1 Prozent bewege sie sich im ersten Quartal des Jahres aufwärts.

Bei der Bank of England sieht man den Grund im schlechten Wetter Anfang des Jahres, aber auch in der Angst vor dem EU-Ausstieg des Landes. Die Bank hat denn auch kürzlich entschieden, den Leitzins vorerst nicht weiter zu erhöhen. Allerdings gibt es auch Gutes zu berichten: So sind die Löhne der Briten von Januar bis März stärker gestiegen als die Inflation. Das gab es zuletzt vor mehr als einem Jahr.

Immerhin, berichtet der Internationale Währungsfonds, sind alle europäischen Wirtschaften im vergangenen Jahr gewachsen. Und auch die Aussichten sind kurzfristig nicht so schlecht, glauben die Analysten. Deutschland, fordert der Währungsfonds, solle mehr investieren, höhere Löhne zahlen und die Steuern senken, um die Wirtschaft am Laufen zu halten.