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Lausitz: Kohle durch Tourismus

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Lausitz: Kohle durch Tourismus

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Die Lausitz im Nordosten Deutschlands, ein riesiges Bergbaugebiet – während jüngst noch Dörfer zugunsten des Tagebaus plattgemacht werden sollten, wird in der neugeschaffenen Seenregion die Natur von Menschenhand repariert.

"Wir haben alles verändert, es ist kein Sandkorn mehr auf dem anderen", beschreibt Kathrin Winkler vom Tourismusverband der Lausitz die Umwälzungen.

Großräschener See, Sedlitzer See, Namen für Landschaften, die es vor ein paar Jahrzehnten noch nicht einmal in der Phantasie der Menschen gab.

Die Folgekosten des Bergbaus sind immer wieder Streitthema zwischen Umweltschützern, Politik und Bergbauunternehmen. Die Konversion bringt aber auch wirtschaftliche Chancen: Statt Geld durch Kohle künftig Geld durch Tourismus. Vor allem an das regionale Einzugsgebiet denkt man hier, die Gäste sollen aus Berlin oder Dresden kommen und sich hier am Wasser erfreuen. Segeln, Baden, Wandern in einer Kunstwelt, die immer mehr von der echten Natur zurückerobert werden soll.

Einen natürlichen Ausgleichsraum für Überflutungen und die Wasserversorgung zu schaffen, ist gut, aber auch eine Herausforderung. Durch den Bergbau ist der Untergrund geschädigt und instabil. Wie schlimm das enden kann, zeigte das Unglück von Nachterstedt.

"Es ist eine Aufgabe, für die es kein Drehbuch und keine Aufgabenbeschreibung gab", so Uwe Steinhuber von der Bergbauverwaltungsgesellschaft LMBV.

Und wenn, dann hätte das Drehbuch wohl enthalten: Schafft eine Urlaubsregion – und eine Natur, die man später sich selbst überlassen kann.