Eilmeldung

Eilmeldung

CO2-Versorgungskrise bedroht Europas Bier-Vorräte

Sie lesen gerade:

CO2-Versorgungskrise bedroht Europas Bier-Vorräte

CO2-Versorgungskrise bedroht Europas Bier-Vorräte
Schriftgrösse Aa Aa

Eine Nachricht, die bei WM-Fans vielleicht zu trockenen Kehlen führt: Der Mangel an Kohlendioxidgas in Nordeuropa bringt laut einer britischen Fachzeitschrift die Bier- und Erfrischungsgetränkeproduzenten in Bedrängnis.

Die Hitzewelle in der Region verschärft die Situation. Denn der Absatz der kohlensäurehaltigen Getränke auf dem ganzen Kontinent steigt.

Das Defizit ist auf die Schließung mehrerer Ammoniak-Anlagen zurückzuführen. Sie sind eine der größten Quellen für CO2, das als Lebensmittelzusatzstoff in Europa verwendet wird. Dass so viele Anlagen derzeit dich sind, hat verschiedene Gründe, wie etwa Wartung und Sanierung. Doch in diesem Jahr ist das Problem besonders schwer, so die britische Zeitung Gasworld.

Mit nur einer großen CO2-Anlage in Betrieb, die stark von Importen aus Skandinavien und den Niederlanden abhängig ist, war Großbritannien laut dem Magazin am stärksten betroffen.

Nach Angaben der British Beer and Pub Association wird die Knappheit auch die Bierproduzenten im Land erreichen.

"Angesichts der Jahreszeit und der Fußball-Weltmeisterschaft kommt diese Situation zu einer für die Brauindustrie ungünstigen Zeit", sagte Brigid Simmonds, Chief Executive der British Beer and Pub Association.

Das Problem betreffe einen großen Teil Nord- und Kontinentaleuropas, so Gasworld. Die Lage habe sich am vergangenen Wochenende verschärft, als zwei große Anlagen vom Netz gingen.

Gavin Partington, Generaldirektor der British Soft Drinks Association, bestätigte dies: "Die CO2-Knappheit in Nordeuropa wirkt sich auf eine Vielzahl von Unternehmen im Lebensmittel- und Getränkesektor aus."

"Die Hersteller von Erfrischungsgetränken in Großbritannien unternehmen aktive Schritte, um ihren Service für die Kunden aufrechtzuerhalten, einschließlich der Zusammenarbeit mit ihren Lieferanten, um die Auswirkungen abzumildern und nach alternativen Quellen zu suchen."

Während Südeuropa weniger betroffen ist, soll die Knappheit im Norden mindestens bis Ende Juni anhalten.