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Mitarbeiter schenken Vater mit behindertem Kind 8 Monate Urlaub

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Mitarbeiter schenken Vater mit behindertem Kind 8 Monate Urlaub

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Elliott Brown (CC BY-SA 2.0)
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Mitarbeiter eines Busunternehmens in Italien haben ihre bezahlten Urlaubstage einem Kollegen gespendet, damit er mehr Zeit mit seinem behinderten Kind verbringen konnte. Das berichtete zuerst eine lokale Zeitung.

Maurizio ist ein öffentlicher Busfahrer für Bergamos Busunternehmen Atb. Sein 14-jähriger Sohn Andrea wurde 2017 einer Rückenoperation unterzogen, seit der er nicht mehr in der Lage ist, alltägliche Aufgaben wie Sprechen und Essen alleine auszuführen.

Der Busfahrer hatte bereits alle seine gesetzlich vorgeschriebenen bezahlten Urlaubstage - bis zu zwei Jahre für die Betreuung eines kranken Verwandten in Italien - genutzt, um Andrea zu unterstützen, bevor er im Juni zur Arbeit zurückkehren musste.

Zu diesem Zeitpunkt entschieden seine Arbeitskollegen einen Teil ihrer Urlaubszeit für Maurizio zu spenden. Rechtlich ist das in Italien erlaubt. Der Arbeitnehmer akzeptiere und die Mitarbeiter verpflichteten sich die übertragene Zeit zu arbeiten.

Dank der gespendeten Zeit hat er acht weitere Monate bezahlten Urlaub, um sich um seinen Sohn zu kümmern. Anschließend, im Juni kommenden Jahres, kann Maurizio seinen Ruhestand beantragen.

"In der Physiotherapie-Praxis meines Sohnes habe ich viele Leute getroffen, die für große Unternehmen arbeiten, die ähnliche Probleme haben", sagte Maurizio Euronews. "Ich möchte das Bewusstsein dafür schärfen und den Unternehmen und Mitarbeitern sagen, dass dies möglich ist. Selbst eine halbe Stunde bezahlte Urlaubszeit kann einen Unterschied machen. Ich hoffe, meine Geschichte wird Unternehmen und Firmen ermutigen, ihre Mitarbeiter dasselbe tun zu lassen."

Maurizio ist überzeugt, dass der beste Weg, seinen Kollegen seine Dankbarkeit auszudrücken, darin besteht, die Geschichte öffentlich zu machen und das Bewusstsein für das Thema zu schärfen.

Das italienische Gesetz zur Übertragung von Urlaubszeiten zwischen Kollegen wurde im Jahr 2015 eingeführt.

Ein ähnliches Gesetz in Frankreich erlaubt es den Mitarbeitern, sich für die Betreuung eines schwerkranken Kindes eine Auszeit zu nehmen.

Im Februar 2018 spendeten Mitarbeiter eines deutschen Unternehmens fast 3.300 Stunden Überstunden, um einem Vater zu helfen, für seinen kranken Sohn eine Auszeit zu nehmen.

In den USA, wo es keinen garantierten bezahlten Mutterschaftsurlaub (oder Vaterschaftsurlaub) gibt, haben die Menschen begonnen, ihre bezahlten Urlaubstage an neue Eltern zu spenden.