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Proteste in Rumänien enden in Polizeigewalt

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Proteste in Rumänien enden in Polizeigewalt

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In Rumäniens Hauptstadt Bukarest sind die Massenproteste gegen die Regierung auch am Samstag weitergegangen. Zwar waren es weniger Demonstranten als am Freitag, aber wieder gingen Zehntausende auf die Straße.

In der Hauptstadt Bukarest demonstrierten am Freitag schätzungsweise 100.000 Menschen. Die Demonstrationen waren in Polizeigewalt ausgeartet.

Der regierungskritische Präsident Klaus Iohannis forderte eine Untersuchung der Ereignisse: In einer echten Demokratie habe jeder das Recht zu demonstrieren.

Zunächst waren die Proteste am Freitag weitgehend friedlich verlaufen, aber nach derzeitigen Informationen stieß eine kleine Gruppe von Personen mit der Polizei zusammen, als sie ein Regierungsgebäude stürmen wollten. Die Polizei reagierte mit Tränengas, Wasserwerfern und Schlagstöcken in einem Ausmaß, das viele als weit übertrieben beurteilen. Videoaufnahmen zeigen, wie gewalttätige Demonstranten Polizisten verprügeln.

Insgesamt wurden mehr als 400 Menschen verletzt, darunter auch 24 Polizisten. Ein Kameramann des österreichischen Fernsehens wurde nach Angaben des Korrespondenten von Polizisten mit Schlagstöcken traktiert. Seitens der Opposition wurden Vorwürfe laut, die Regierung habe Provokateure eingesetzt, um die Proteste zu diskreditieren. Die Behörden rechtfertigen die Einsätze mit einer angeblich hohen Zahl gewaltbereiter Demonstranten.

Aufgerufen zu den Demonstrationen in mehreren Städten hatten Auslandsrumänen. Sie kritisieren Korruption, niedrige Renten und Versuche der Regierungspartei PSD, das Justizsystem unter ihre Kontrolle zu bringen.

Seit Februar 2017, als die PSD-Regierung mit einer ersten Eilverordnung die Korruptionsbekämpfung erschweren wollte, gehen Rumäniens Bürger immer wieder in großer Zahl auf die Straße. Zuletzt war aber die Protestbewegung abgeflaut. Die Kundgebungen am Freitag waren die größten seit Monaten.