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Der Ural: Skifahren, Sport und Steppentanz

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Der Ural: Skifahren, Sport und Steppentanz

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Das Uralgebirge ist die natürliche Grenze zwischen Europa und Asien. Es ist Frühling, doch hier kann man Skifahren bis Ende Mai. Euronews-Journalist Denis Loktev hat es ausprobiert.

Familien aus der Region und Touristen vergnügen sich in Russlands größtem Skigebiet. Das ganze Jahr über werden verschiedene Freizeitaktivitäten angeboten.

Mikhail Kuznetsov, der Leiter des Sport- und Tourismusbüros von Abzakovo, preist die Vorzüge der Region: “Es gibt viele Abfahrtpisten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Wir haben auch Pisten für Anfänger. Sie können also mit der ganzen Familien hier Urlaub machen. Das Uralgebirge ist das perfekte Gebiet für Ski- und Snowboardfahrer.”

In den weiten Steppen am Fuße des Uralgebirges pflegen die Menschen die Traditionen ihrer Vorfahren.

Ein Freiluftmuseum zeichnet die Geschichte der Region nach. Die archäologische Stätte Arkaim wurde 1987 entdeckt. Die Siedlung ist Schätzungen zufolge 2.000 Jahre vor Christus entstanden.

Die kreisförmigen Wälle boten Schutz für die rund 2.500 Bewohner von Arkaim.

Die Gegend sollte ursprünglich geflutet werden, doch eine Gruppe Wissenschaftler protestierte und letztendlich gelang es ihnen die Stätte zu retten.

Seit 1991 steht Arkaim unter Denkmalschutz.

Der Direktor des Museums, Gennady Zdanovich, erzählt: “Das war ein Wendepunkt in der Geschichte der Steppenregion. Damals entstand die indoeuropäische Kultur, die als Vorlage diente für spätere Kulturen, wie die der Uguren und Turken. Wir konnten uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen, die wundervolle Geschichte dieser Steppe und ihre Beziehung zu den Völkern der Welt zu zeigen.”

Die Archäologen haben herausgefunden, dass 3.000 Jahre vor Christus Nomaden in der Region sesshaft wurden. Die Stämme zähmten Wildpferde und bauten Unterkünfte.

Im Freiluftmuseum wurden diese Behausungen aus der Steinzeit mit den Techniken von damals nachgebaut.

Der Archäologe Aleksander Kislenko erklärt: “Wir haben diese Behausungen nachgebaut und uns dabei auf die archäologischen Erkenntnisse gestützt, die wir bei mehr als 12 Grabungen in der Region erworben haben. Wir haben Bauelemente aus Steinzeitgebäuden integriert. Von einem Haus, das vor mehr als tausend Jahren abgebrannt ist, sind noch Umrisse erhalten, die auf die ursprüngliche Größe hinweisen. Bei dem Projekt haben wir uns auch den Rat von Ingenieuren geholt.”

Die Archäologen haben auch die Hügelgräber aus der Früheisenzeit nachgebaut. Die Stämme der Uralsteppe betteten ihre Anführer in Häuser, damit es ihnen in ihrem nächsten Reich an nichts fehlt.

Die Reise in die russische Vergangenheit endet in einem Kosakendorf aus dem 19. Jahrhundert.

Laut der Ethnografin Oksana Maltseva gibt es ohne Vergangenheit keine Zukunft. “Menschen die ihre Vergangenheit vergessen, verlieren die Verbindung zu ihrer Kultur. Das ist eine Folge der fortschreitenden Urbanisierung,” so Oksana.