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Tigran Hamasyan und Avishai Cohen - wenn Armenien und Israel sich die Hand reichen

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Tigran Hamasyan und Avishai Cohen - wenn Armenien und Israel sich die Hand reichen

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Die jüngste Ausgabe des Jazz Festivals von Monte Carlo hat vor allem Dank zweier Künstler virtuos geendet: Der eine ist Bassist und kommt aus Israel, Avishai Cohen, der andere ist Pianist und stammt aus Armenien – Tigran Hamasyan ist auf den Spuren der Musik seiner Heimat. “Ich nähere mich der armenischen Volksmusik an, indem ich Melodien schreibe, die armenisch klingen. Aber ich habe sie geschrieben”, sagt Avishai.

“Es ist, wie eine Sprache zu lernen und dann mit ihr zu komponieren.” Jede Art von Musik sei tief und reich und habe sehr viel Entwicklungspotenzial. Es gebe unendlich viele Wege, wie man sie arrangieren, wie man sich der Musik annähern könne. Auf den Weg gebracht haben ihn andere große Künstler: “Als ich 13 war, habe ich die Musik durch Musiker wie Keith Jarrett, Jan Garbarek und Gurdjieff kennen gelernt.

Durch diese Musiker habe ich meine eigene Musik entdeckt, und seitdem ist sie ein Teil von mir”, so der armenische Pianist. Und: “Jedesmal, wenn ich Musik mache, bin ich glücklich. Ich weiss genau, was ich machen will. Allein das Gefühl zu haben; ich weiss, warum ich hier bin.”

Ganz im Hier und Jetzt zu sein – das ist auch der künstlerische Ansatz von Avishai Cohen. Dennoch macht er einen Unterschied: “Es gibt zwei hauptsächliche Situationen: Wenn ich allein bin und komponiere, dann fühle ich diesen Sog… Sie können es Energie nennen, Elektrizität, eine Art auftreibender Augenblick, dann fühle ich etwas, von dem ich selbst nicht weiss, was es ist”, meint Cohen, “und dann ist da diese Stimmung mit der Band auf der Bühne. Wenn wir zusammen spielen und zusammen etwas kreieren. Dann teile ich den Augenblick mit den anderen.” Seit einigen Jahren singt der Israeli auch. Als er damit begonnen habe, sei er zunächst nervös gewesen: “Ich hatte Angst davor, denn ich wusste, ich musste es tun. Das ist sehr schwer, nach Jahren als Instrumentalist. Es hat mich zu einer besseren Persönlichkeit und zu einem besseren Musiker gemacht.” Aber vor allem gehe es natürlich um die Praxis. Man müsse seine Stimme akzeptieren und damit sich selbst. Und das sei ein Prozess.

In dieser Ausgabe von Musica hörten Sie Ausschnitte aus den Stücken:

“The spinners” und the “The legend of the moon” von der CD “a fable” (Verve) von Tigran Hamasyan und “Seven seas” sowie “Dreaming” von der CD “Seven Seas” (EMI) von Avishai Cohen.