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Schiefergas - eine gute Energiequelle?

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Schiefergas - eine gute Energiequelle?

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“In Frankreich, Irland und Bulgarien ist der Abbau von Schiefergas verboten. In England und Deutschland hat es Probleme mit Erbeben und Umweltverschmutzung gegeben. Wie ist die Position der EU-Institutionen zu diesem Problem?”

Es antwortet Françoise Elbaz-Poulichet, Forscherin beim CNRS, OSU-OREME Montpellier, in Frankreich.

“Was ist Schiefergas ? Es ist ein in Gesteinsschichten, genauer in Tonen eingeschlossenes Gas, das ziemlich verbreitet ist.
Wie es scheint, versucht man den Abbau in verschiedenen Ländern, die kaum andere Gasvorkommen haben. In Frankreich etwa oder Polen.
Deren Interesse besteht darin, unabhängig von ausländischen gaslieferungen zu werden, zum Beispiel von russischem Gas. Das trifft besonders auf Polen zu.

Gegenwärtig ist da aber noch ein Umweltaspekt zu beachten. Denn durch den Abbau von Schiefergas kann das Trinkwasser hohen Risiken ausgesetzt werden. Das zeigen die amerikanischen Erfahrungen.

Schiefergas ist eine fossile Energie, die CO-2 erzeugt, was sich auf den Klimawandel auswirkt im Gegensatz zu erneuerbarer Energie.

Das freigesetzte Gas ist Methan, welches diesen schädlichen Effekt noch wesentlich stärker befördert als Kohlendioxyd. Zu befürchten ist, dass es sowohl zu Beginn der Ausbeutung entweicht wie auch am Ende, wenn die Pumpen wieder abgebaut werden..

Und dann gibt es noch die als “wahrscheinlich” eingestuften Risiken von Unfällen. Bei einer gewissen Anzahl von Bohrungen ist immer mit Unfällen zu rechnen. Man weiss ja nie, worauf man stösst bzw. wann.

Dann muss man wieder bei jedem Abbau oder jeder Industrie mit Unfällen rechnen. Man muss wissen, welches Risiko man einzugehen bereit ist.

Es gibt keine weltweiten Vorgaben, aus denen man europäische ableiten könnte. Alles geschieht zum ersten Mal. Aktuell meint der EU-Kommissar für Energie, dass die europäischen Richtlinien für diese Phase der Ausbeutung ausreichen.

Allerdingt tobt eine Dabatte im Parlament. Die Grünen sind sehr aufgebracht. Aber man muss sagen, dass es keinen Konsens gibt. Meiner Meinung nach ist es unmöglich, Gesetze zu erlassen, mit denen alle EU-Staaten einverstanden sind.”