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Düstere Aussichten für Spanien

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Düstere Aussichten für Spanien

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Nicht nur die Börse in Madrid, ganz Spanien befindet sich offenbar in einer Abwärtsspirale. Zwar soll das Land nach dem Willen der EU-Kommission mehr Zeit für die Umsetzung seiner Sparprogramme bekommen – dennoch ist die Lage kritisch. Das zeigen schon die gestiegenen CDS-Spreads auf spanische Staatsschulden. Diese liegen bei 539 Basispunkten. Zum Vergleich: Als die Spreads in Griechenland, Irland und Portugal die Marke von 500 Basispunkten überschritten, suchten die Länder um Hilfe aus dem EU-Rettungsfonds an. Spanien allerdings bestreitet weiterhin, den Fonds in Anspruch nehmen zu wollen.

Vor allem die Lage auf dem Bankensektor gibt Anlass zur Sorge. Die angeschlagene Großbank Bankia will vom Staat mehr als 23 Milliarden Euro für ihre Sanierung. Und das ausgerechnet in einem Jahr, in dem laut dem Noch-Chef der spanischen Zentralbank, Miguel Angel Fernandez Ordonez, die Steuereinnahmen niedriger und die Ausgaben höher ausfallen werden als erwartet. Dabei betrug das spanische Haushaltsdefizit 2011 8,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und war damit deutlich größer als angestrebt. Ursprünglich sollte das Defizit 2013 unter die erlaubten 3 Prozent sinken. Immerhin bekommt Spanien dafür nun ein Jahr länger Zeit.