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Israel droht Iran: "Wir müssen uns alle Optionen offenhalten"

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Israel droht Iran: "Wir müssen uns alle Optionen offenhalten"

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Mohammed Shaikhibrahim, Euronews:
“Hat Israel Pläne, bald den Iran anzugreifen?”

Mark Regev, Sprecher der israelischen Regierung:
“Der Iran geht stur seinen Weg weiter, um Atomwaffen herzustellen – trotz diplomatischen Drucks, trotz wirtschaftlicher Sanktionen, trotz anderer Maßnahmen der internationalen Gemeinschaft. Die Atomwaffen werden sich auf mein Land richten. Deshalb müssen wir uns alle Optionen offenhalten. Israel hat diesbezüglich noch keine Entscheidung getroffen. Uns ist bewusst, dass ein militärisches Eingreifen Folgen haben wird. Dazu kann ich nur sagen: Die Folgen, die daraus resultieren, dem Iran beim Herstellen von Atomwaffen zuzusehen und nicht zu handeln, sind noch größer und erheblicher.”

Euronews:
“Hat Israel die militärische Macht, Irans Streben nach Atomwaffen zu beenden?”

Regev, Regierungssprecher:
“Entschuldigen Sie, aber ich beantworte keine operationellen Fragen.”

Euronews:
“Befürchten Sie, dass die libanesische Hisbollah sich einmischen könnte? Was halten Sie von Hassan Nasrallahs letzter Rede: Das Leben tausender Israelis sei gefährdet, falls Israel den Libanon angreift?”

Regev, Regierungssprecher:
“Für uns stellt er eine Bedrohung dar. Und wir sind bereit, uns dieser Bedrohung zu stellen – wozu ich niemandem raten würde, erst recht nicht der Hisbollah… Worte sind leicht gesagt. Meiner Meinung nach wird er vorsichtiger handeln, denn Kämpfe mit Israel sind nicht in seinem Interesse. Darauf sollte er es nicht ankommen lassen.”

Euronews:
“Wie stehen Sie zum Blutvergießen in Syrien?”

Regev, Regierungssprecher:
“Wir haben unsere Empörung zum Ausdruck gebracht, unsere Sorgen um das syrische Volk, das unter diesem brutalen Regime leidet. Jeden Tag sehen wir Berichte mit mehr und mehr Todesopfern unter der unschuldigen Bevölkerung. Das muss ein Ende haben.
Dazu kommen Bedenken angesichts der großen Lager mit chemischen Waffen in Syrien. Diese Waffen dürfen nicht in die Hände von Extremisten gelangen, sei es in die Hände der Hisbollah oder von Al Kaida oder einer anderen extremen Gruppierung.
Wir hoffen auf ein stabiles Syrien, das mit Israel in Frieden leben wird. Das ist unsere Hoffnung, aber wir greifen nicht ein; nur, indem wir an das Recht der Syrer auf eine bessere Regierung appellieren.”

Euronews:
“Sehen Sie Israels Sicherheit gefährdet durch die Beziehungen der Hamas mit Ägyptens neuer Regierung?”

Regev, Regierungssprecher:
“Ich kann dazu nur sagen, dass wir Probleme mit der Hamas haben. Die Hamas hat den Gazastreifen übernommen. Statt in die Zukunft der Menschen von Gaza zu investieren, statt ein besseres Leben für die Menschen zu schaffen, ist die Hamas in ihrer extremistischen Haltung festgefahren und investiert in den zukünftigen Konflikt mit Israel.”

Euronews:
“Die letzte Frage: Welche Antwort geben Sie auf die Anschuldigungen, Israel habe Jassir Arafat getötet?”

Regev, Regierungssprecher:
“Das ist einfach falsch. Ich denke, niemand nimmt solche Anschuldigungen ernst. Ich möchte die Palästinenser daran erinnern, dass alle Dokumente über Arafats Gesundheitszustand bei ihnen sind. Sie haben auch seine Krankenakten. Entweder sind die bei der Familie oder bei der palästinensischen Regierung. Warum Verschwörungstheorien Raum geben und nicht einfach alles auf den Tisch legen? Das würde auf jeden Fall Aufklärung schaffen.”

Full interview with Mark Regev (English)