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Zum Greifen nah - Forscher entwickeln Prototyp der humanoiden Roboterhand

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Zum Greifen nah - Forscher entwickeln Prototyp der humanoiden Roboterhand

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Die menschliche Hand ist ein mechanisches Meisterwerk der Evolution und auch für führende Robotikexperten nur schwer nachzubauen. Jetzt aber ist Wissenschaftlern die Entwicklung eines Prototyps gelungen.

An der Université Pierre et Marie Curie in Paris haben Wissenschaftler aus sechs europäischen Ländern nun die Ergebnisse eines gemeinsamen, von der EU unterstützten Forschungsprojekts vorgestellt.

Véronique Perdereau ist Professorin für Robotik und Koordinatorin des Projekts: “Eine künstliche Hand zu bauen ist eine echte Herausforderung. Die zu planenden Bewegungsabläufe sind äußerst kompliziert.”

Menschen passen die Bewegungen der Hand den zu greifenden Objekten ganz natürlich an. Für Roboter ist das eine größere Herausforderung. Um von der menschlichen Hand zu lernen, haben die Wissenschaftler eine Datenbank aller möglicher Bewegungen angelegt. Auf sie soll der Roboter zugreifen können.

“Die Hand muss mit unterschiedlichen Sensoren ausgerüstet werden. Wenn sich die Hand dem Objekt nähert, es greift oder bewegt, können so möglichst viele Informationen gesammelt werden. Um der menschlichen Hand wirklich zu gleichen, müssen diese Bewegungen mit großer Geschicklichkeit ausgeführt werden. Eine komplizierte Sache”, sagt Professor Perdereau.

Über Videokameras orientiert sich der Roboter und findet anschließend in der Datenbank die nötigen Informationen, um die Bewegungen der Hand dann umsetzen zu können.

Auch Guillaume Walck ist an dem Projekt beteiligt: “Die Farbkameras sammeln Informationen, um das Objekt selbst und auch mögliche Hindernisse auszumachen. Die Form des Objekts gibt so die richtigen Bewegungen vor und vermeidet ungewollte Kollisionen. Dank der Fingerspitzensensoren können wir sicher sein, dass der Roboter die gerade angebrachte Bewegung wählt.”

Die Roboterhand ist sehr geschickt. Sie hebt Getränkedosen auf, dreht sie mit zwei Fingern und wechselt dann während des Einschenkens auf drei Finger. Die über die Fingerspitzen gesammelten Informationen sind besonders wichtig, wenn ein zerbrechliches Objekt gegriffen werden soll.

Wissenschaftler meinen, dass menschenähnliche Roboter mühelos an unsere auf Menschen ausgerichtete Welt angepasst werden können. Letztlich werden sie die Dinge gebrauchen, die sonst wir Menschen benutzen. In vielen Situationen werden sie Menschen sogar ersetzen können.

“Geschickte Roboter werden für uns Menschen selbstständig Arbeit übernehmen können, so etwa in einem gefährlichen Umfeld, wie nuklear verseuchten Gebieten oder im Weltall”, meint Professor Perdereau. Roboter seien in Zukunft auch eine Hilfe für ältere oder behinderte Menschen.

Die Europäische Union hat die Finanzierung der Folgeprojekte bereits in Aussicht gestellt. Das Ziel ist also zum Greifen nah.

http://www.handle-project.eu