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Neues Design: grüner, smarter, besser

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Neues Design: grüner, smarter, besser

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Massenkonsum und Wegwerfgesellschaft haben uns hässlich gemacht. Im Prager Zentrum für zeitgenössische Kunst scheint und das Werk des tschechischen Künstler Shalom Tomas Neuman zu fragen: Ist das unsere Zukunft? Können wir besser leben und gleichzeitig weniger natürliche Ressourcen verbrauchen? Was beschäftigt junge Designer, wenn sie heute ein Produkt entwerfen?

Wir haben in Prag junge Tschechen getroffen, um mit ihnen über nachhaltiges Design zu sprechen. Sie versuchen, erneuerbare Ressourcen zu nutzen und die Konsumenten zurück zur Natur zu führen. Kristyna Malovana kennt die Herausforderung. “Nachhaltiges Design will Produkte schaffen, die wiederverwendet werden könnnen. Umweltfreundliche Produkte sind manchmal aber schwer herzustellen, was paradox ist: Du willst etwas ökologisch korrekt herstellen, belastest dabei aber die Umwelt”, so Malovana.

Das Zauberwort heißt möglicherweise “intelligentes Material”. Kristyna und ihr Geschäftspartner Zbinek Krulich haben sich in einem Workshop darüber informiert. Der fand im Praguer Unternehmen Happy Materials statt, gewissermaßen die erste Materialothek in der tschechischen Republik. Tomas Hendrych ist einer der Teilhaber des Unternehmens. Seine Workshops besuchen neben jungen Designern auch Architekten. “Junge Menschen wissen nicht genug über diese neuen Materialien”, meint Hendrych. “Das ist ein wichtiges Thema, weil solche Materialien, wie sie produziert werden, Einfluss auf die Umwelt und auf den Recyclingprozess nehmen.”

Happy Materials ist Teil eines Netzwerks, in dem Unternehmen und Institutionen fortschrittliche Materialien gesellschaftsfähig machen wollen. Das Projekt wurde von der Europäischen Kommission für mehre Städte, für Barcelona, Kopenhagen, London und eben für Prag aufgelegt. “Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, unterschiedliche Materialien aus unterschiedlichen Ländern miteinander zu vergleichen, aus Spanien, England oder Dänemark, und sich so neues Wissen anzueignen. Die europäische Dimension öffnet neue Horizonte”, erklärt Hendrych weiter.

Der Desginer Tomas Vacek zeigt seine Werke im Prager Zentrum für Zeitgenössisches Design. Er arbeitet mit Materialien wie Holz, Blech und Glas, und interessiert sich darüberhinaus für neue, ungewöhnliche Stoffe. “Im Moment arbeite ich mit etwas neuem, einer Art lichtdurchlässigem Beton. Vor kurzem hat mich ein Unternehmen kontaktiert. Ich sollte das Design eines Rollers überarbeiten. Ich habe eine Phosphorpolitur benutzt, damit man ihn auch nachts sehen kann. Gleichzeitig wirkt es, als flöge er über die Straße”, so der Dreißigjährige.

Form und Funktion – eine neue Generation von Desginern versucht dieses so oft kombinierte Paar um eine dritte, eine ökologische Komponente zu ergänzen, weiß Zbinek Krulich: “Das ist die Aufgabe von Designern: nachhaltiges Design anbieten, denn von allein werden die Kunden nicht danach fragen. Was sie wollen, ist doch nach wie vor ein gutes Produkt.”

Wenn Sie mehr über das Projekt “Design and Advanced Materials” (DAMADEI) erfahren möchten, schauen Sie vorbei auf www.damadei.eu.