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Stabhochsprung-Legende Sergej Bubka im Interview

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Stabhochsprung-Legende Sergej Bubka im Interview

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Die Stabhochsprung-Legende Sergej Bubka will sich für das Präsidentenamt im Internationalen Olympischen Komitee bewerben. Der Ukrainer
ist mit 49 Jahren der jüngste Kandidat. Sein Programm konzentriert sich auf die Jugendförderung und den Kampf gegen Doping und illegale Wettabsprachen.
In seiner Karriere stellte er insgesamt 35 Weltrekorde auf und schaffte 43 Sprünge über die Sechs-Meter-Marke. euronews hat Sergej Bubka in Kiew getroffen.

euronews: Warum haben Sie sich entschieden, für das Präsidentenamt des Olympischen Komitees zu kandidieren und was wollen sie verändern?

Sergej Bubka: “Sport und die olympische Bewegung sind mein Leben. Ich bin derzeit der Vorsitzende des Nationalen Olympischen Komitees, Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees und Vizepräsident im Leichtathletik-Weltverband IAAF. Ich war zuvor ein Athlet und dann bin ich in die Sport-Verwaltung gegangen und habe mich da weiterentwickelt. Ich denke, dass mir all diese Erfahrungen helfen werden, diese Führungsrolle auszufüllen. Ich habe Energie, Leidenschaft und jede Menge Erfahrung. Wir stehen vor großen Herausforderungen, was die Jugend betrifft. Wir müssen sie dazu motivieren, aktiver zu sein, mehr Sport zu machen und auf ihre Gesundheit aufzupassen. Heutzutage sitzen die Jugendlichen vor dem Fernseher oder Computer. Sie verbringen ihre Zeit mit den sozialen Netzwerken. Natürlich gibt es noch andere Herausforderungen wie den Kampf gegen Doping und illegale Wettabsprachen – dies sind sehr wichtige Themen, da können wir unsere Position stärken. Wir können auf verschiedenen Ebenen zusammen arbeiten, damit wir erfolgreicher und stärker werden.”

euronews: In Zeiten des Sparens, was sagen Sie dazu, dass die Olympischen Spiele mit jedem Mal teurer werden?

Sergej Bubka: “Sie werden nicht teurer. Man kann die Ausgaben in zwei Spalten teilen: zuerst einmal die betriebsbedingten Kosten der Spiele, das sind reale Kosten. Dann gibt es noch die anderen Kosten, die die Infrastruktur betreffen. Aber die gelten ja nicht nur für die Spiele, denn sie rechnen sich ja auf die Zeit danach. Die Bewohner profitieren anschließend davon. Wenn Straßen, Flughäfen, und Veranstaltungsorte gebaut werden, die nach den Spielen genutzt werden, dann ist das ein großartiges Erbe für die Stadt. Natürlich werden wir es nicht übertreiben. Wir müssen die Kosten im Rahmen halten. Wir müssen Austragungsorte auswählen, die die Kosten reduzieren. Die Teilnehmerzahlen der Spiele sollten nicht 10.500 überschreiten, damit keine zusätzlichen Kosten entstehen.”

euronews: Wer hat unter den drei Bewerbern für die Olympischen Spiele 2020 die besten Chancen und warum?

Sergej Bubka: “In Madrid ist der Austragungsort bereits zu 80 Prozent vorhanden. Istanbuls Programm umfasst die junge Generation, die Verbindung zwischen Asien und Europa, das ist auch gut. Japan, also Tokio hatte schon immer eine große Leidenschaft für Olympia und den Sport. Natürlich organisieren sie einen Wettbewerb sehr gut. Eine weitere Priorität ist, dass alles gut vorbereitet und die Lage stabil ist. Jede Stadt hat ihre eigenen Stärken und Werte, aber ich möchte noch einmal betonen, dass sie alle sehr gut sind und wir werden ja bald sehen, wer als Gewinner hervorgeht.”

euronews: Was denken Sie darüber, dass Ihr Rekord immer noch nicht gebrochen werden konnte?

Sergej Bubka: “Ich denke, dass wird bald passieren. Der französische Stabhochspringer Renaud Lavillenie hat kürzlich 6,02 Meter geschafft hat. Er versuchte meinen Rekord zu brechen. Ich denke, er ist dazu fähig und gut genug. Wenn man den Rekord brechen will, muss man vor allem über die technischen Fähigkeiten verfügen. Der Schlüssel zum Erfolg des Stabhochspringens ist die richtige Technik. Davon werden auch neue Weltrekorde abhängen. Man muss schnell sein, ein guter Turner und mental stark sein. Man muss wissen, wie man die Energie auf die Stange überträgt. Das ist die Technik und darin liegt der Schlüssel für zukünftige Erfolge.”

Am 10. September finden die IOC-Präsidentenwahlen in Buenos Aires statt.