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Feuerwerkattacke auf den Buckingham Palace: Demonstranten begehen "Guy Fawkes Night"

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Feuerwerkattacke auf den Buckingham Palace: Demonstranten begehen "Guy Fawkes Night"

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Es ist eine Begebenheit, die manchem noch aus dem Geschichtsunterricht, den meisten aber wohl aus dem Kino bekannt ist: Im Jahr 1605 will der Katholik Guy Fawkes das Londoner Parlament in die Luft sprengen. Der Plan wird vereitelt, Fawkes hingerichtet und der “Gunpowder Plot” zum Synonym für die Auflehnung gegen eine unterdrückerische Obrigkeit. Im Kino lieferte das Ereignis die Ideen für den Film “V wie Vendetta” aus dem Jahr 2006.

Es waren nur Feuerwerkskörper, Sylvesterraketen, die Demonstranten am Dienstagabend auf den Buckingham Palace abfeuerten. Die Queen war zuhause und sicher “not amused”, aber auch am 5. November 2013 wurden keine Institutionen zerstört und niemand verletzt. Doch die kleinen Geschosse der Demonstranten verfehlten ihr Ziel nicht: wieder einmal auf die Anliegen einiger Protestbewegungen aufmerksam zu machen, die in den letzten Monaten etwas an Schwung verloren hatten.

Die “Guy Fawkes Night” am Dienstagabend ist zu einer Art Stichtag für Bewegungen abseits des Mainstream geworden. Mitglieder von Gruppen wie ““Occupy”“:http://en.wikipedia.org/wiki/Occupy_movement (gegen soziale Ungerechtigkeit) oder ““Anonymous”“:http://de.wikipedia.org/wiki/Anonymous_%28Kollektiv%29 waren unter den Demonstranten, aber auch Personen, die sich als verärgerte Mitglieder des Mainstream beschreiben würden. Viele von ihnen kamen verkleidet mit der inzwischen ebenfalls zum Symbol geworden weißen Maske, die die Züge Guy Fawkes trägt.

Was die Demonstranten eint, ist Wut gegen die Obrigkeit: in diesem Jahr entzündet etwa an als ungerecht empfundenen Sparmaßnahmen und den bekanntgewordenen umfassenden Überwachungsprogrammen. Ob einige Raketenfunken allerdings reichen, um das Feuer der Bewegungen wieder zu entzünden, bleibt abzuwarten.