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Animation Workshop: Und plötzlich kommt ein Zombie vorbei

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Animation Workshop: Und plötzlich kommt ein Zombie vorbei

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Es ist leichter zu fragen, was die Animation Workshop School denen, die in die kreative Welt eintauchen wollen, nicht bietet. In Viborg im Norden Dänemarks leben die Studenten in einer sehr lockeren Atmosphäre und haben eine große Bandbreite an Möglichkeiten: Klassisches Zeichnen, dokumentarische Animationsfilme, animierte Charaktere. David Crisp ist auf Computergraphikkunst spezialisiert.

Er erinnert sich: “Schon als ich klein war, zeichnete ich kleine, einfache Comics. Ich war immer am Zeichnen. Aber ich hätte nie gedacht, dass ich davon leben kann. Es ist eine faszinierende Welt und ich freue mich jeden Tag, hierhin zu kommen und die Menschen hier arbeiten zu sehen.”

David hat alle Hände voll zu tun. “Wir machen gerade einen Film. Es geht um einen Medizinstudenten, der dringend einen Mitbewohner sucht, damit er Miete und Rechnungen bezahlen kann,” schwärmt er. “Aus lauter Verzweifelung veröffentlicht er eine Anzeige im Internet: “Mitbewohner gesucht – tot oder lebendig”. Und dann kommt plötzlich ein Zombie vorbei…”

Das Ende der Geschichte will uns Stefan Bjornfort Bernscherer nicht verraten. Aber wenn es um die Vorzüge der Visual Effects-Kurse geht, die vom europäischen Programm “Media” gesponsert werden, ist er weniger schweigsam. “Ich weiß, ich kann alles von Anfang bis Ende durchziehen. Ich weiß, wie man mit Maya, Houdini oder V-Ray umgeht, die Liste ist endlos. Du bist der Mann für alles. Du kannst ein Projekt vom Start bis zum Ziel allein durchführen,” meint er.

Es geht aber nicht nur um die Ausbildung. Hinter der nächsten Tür wartet echte Arbeit auf die Studenten.

Svend Rothmann Bonde beschreibt, “wir sind jetzt im Hauptgebäude, wo es viele Unternehmen gibt. Neue Unternehmen, die von ehemaligen Studenten und Lehrern gegründet wurden, und die Werbungen, Spielfilme und Kurzfilme, Fernseh-Shows und Computerfilme herstellen. Wir arbeiten gerade an einem Spielfilm über irische Sagen und Erzählungen.”

Am Ende kommt es darauf an, wie gut die Geschichte erzählt wird. Davon ist der Direktor von Animation Workshop Morten Thorning fest überzeugt. “Viele Menschen wollen lieber einen schlechten und sinnentleerten amerikanischen Spielfilm sehen, nur weil er gut produziert ist. Unsere Philosophie ist, den Leuten die selben Fähigkeiten wie in den USA mit auf den Weg zu geben. Denn ich bin fest davon überzeugt: Wir in Europa können bessere Geschichten erzählen.”

Und dem Genre sagt er eine steile Karriere voraus: “Ich denke, Animationsfilme wird es in den nächsten zehn Jahren nicht mehr nur in der Unterhaltungsbranche geben, sondern sie werden eine große Rolle in der Kommunikation spielen. Wir werden sie überall dort einsetzen, wo man etwas Schwieriges verständlich machen will.”

What’s In It For Me?
David Crisp hat nicht bereut, beim Animation Workshop dabei zu sein. “Es gibt viele großartige Lehrer, … von Disney, Pixar und Dreamworks. Und es ist Teil des Kursprogramms, dass man in diesen Unternehmen Praktika macht, damit man einen Fuß in die Tür der Filmindustrie bekommt.”

Damit die Studenten auf die Anforderungen des Marktes vorbereitet werden, stimmen sich Schule und Firmen ab. Thorning erklärt, “wir haben einen guten Draht zu den Unternehmen und sprechen mit ihnen darüber, was gerade passiert und wie ihre Erwartungen an die Zukunft aussehen. Darauf schneiden wir dann den Kursplan zu, damit wir dem Bedarf der Unternehmen entgegenkommen.”

Mehr Infos:

Zu Media, dem Programm der Europäischen Kommission
Mediadesign Hochschule für Design und Informatik
Hochschule Luzern
Filmakademia Baden-Württemberg
Hochschule Ostwestfalen-Lippe