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China reitet ins Jahr des Pferdes

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China reitet ins Jahr des Pferdes

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Das Pferd – chinesisch “ma” – ist das siebte Tierkreiszeichen im chinesischen Kalender. Alle 12 Jahre tritt der Mond ins Zeichen des Pferdes. Ein allgemein beliebtes Tier ist das Pferd. Da kann doch wohl nichts schiefgehen? Es kann doch, denn die lange chinesische Geschichte kennt auch den tausend Jahre alten Satz: “Ein himmlisches Ross galoppiert durch die Lüfte.” Damit ist das unberechenbare Element in der chinesischen Psyche gemeint. Wird es folglich ein Jahr der Gegensätze, der Kämpfe gar? Es wird auf alle Fälle ein Jahr mit sehr unbequemen Jahrestagen. Noch bevor man in Berlin den vor 25 Jahren unblutig verlaufenen Mauerfall bejubeln wird, dürfte sich der eine oder andere an das Blut auf dem Tiananmen-Platz erinnern. In welcher Form wird es wohl die aktuelle Führung tun? Wird man am 4. Juni den Freiheitswilles des Himmelsrosses preisen? Und wie wird es im Oktober, 50 Jahre nachdem die Volksrepublik ihre erste Atombombe zündete? Wird in Peking ( oder anderswo) jemand darauf aufmerksam machen, dass das heutige China als einzige der fünf großen Atommächte, die im UN-Sicherheitsrat mit ihrem Veto mehr Rechte haben als andere Staaten, gegenwärtig sein Atomwaffenarsenal ausbaut?
Natürlich kann man das Pferdejahr auch ganz positiv sehen. Das Pferd ist ist ein nützliches, fleißiges Arbeitstier. Voller Kraft und Ausdauer und dabei genügsam. So ein Vergleich klingt doch aufmunternd, wenn man an die schwierigen Aufgaben denkt, die sich die kommunistische Partei im Jahr der Reformen vorgenommen hat.