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Jenseits des Unterbewusstseins

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Jenseits des Unterbewusstseins

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Wir nehmen lediglich 10 Prozent dessen bewusst wahr, was in unserem Gehirn vor sich geht. Wissenschaftler eines Labors in Barcelona versuchen diesen Umstand zu verbessern. Dies geschieht in der Hoffnung, dass Menschen zukünftig besser mit den riesigen Datenmengen der Welt umgehen lernen.

Daten erhalten wir alltäglich und dies häufig ohne unser bewusstes Zutun. Schwieriger ist es jedoch, darin einen Sinn zu sehen. Weil Menschen oft überwältigt von der nicht enden wollenden Flut von Daten sind, ist es schwer, komplexe Bedeutungen zu erkennen.

Die Wissenschaftler des CEED-Projekts in Barcelona werden bei Ihrer Arbeit von neusten Geräten der virtuellen Technologie unterstützt. Wie der Psychologe Jonathan Freeman sagt, laufen während unserer Wahrnehmung sehr viele Prozesse im Hintergrund ab. Wichtigen Informationen, die wir über die Umwelt enthalten, schenken wir aber keine Beachtung. Dies sei vor allem dann bedauerlich, wenn es sich um Interessantes und Bedrohliches handele.

Wie Freeman weiter angibt benutzen wir normalerweise unsere Sinne wie Fühlen, Sehen oder Hören, um uns einen Reim auf die Welt zu machen. Was in Barcelona versucht werden soll ist einen zusätzlichen Sinn für das Unterbewusste des Menschen zu schaffen. So könnten dann zusätzliche Fähigkeiten und Kapazitäten entwickelt werden, um mit großen Datenmengen umzugehen.

Wissenschaftler dieses europäischen Forschungsprojekts wollen den Menschen leistungsstärker und effizienter machen, indem Gehör und Unterbewusstsein stimuliert werden. So soll die ganze Macht unserer Kreativität zur Entfaltung kommen.

Und hierfür entwickeln sie komplexe Technologien wie Virtual Reality Platformen und solche, in denen verschiedene Wirklichkeiten vermischt werden. Neben Systeme, mit denen erforscht werden kann, wie Menschen sich im Raum bewegen, kommen ebenso Sensoren zum Einsatz, die Herz- und Atmungsfrequenzen messen. So können Signale einfangen werden, die vom Benutzer, bewusst oder unbewusst, ausgesendet werden. Die größte Herausforderung für die Wissenschaftler besteht darin all diese Informationen in ein kohärentes theoretisches System zu übersetzen.

Die Neurowissenschaftlerin Anna Mura meint, das System könnte es erlauben unbewusste Prozesse so auszubilden, dass sie die Ebene des Bewusstseins erreichen. Damit allerdings mehr Informationen wahrgenommen werden könnten müssten technische Hilfsmittel zum Einsatz kommen.

Außerdem geht es darum, die physischen Grundlagen unseres Bewusstseins zu begreifen. So sagt der Leiter des Forschungsprojektes Paul Verschure:

“Das Gehirn ist nicht einfach ein Computer, der ein äußeres Hilfsmittel kontrolliert. Das Gehirn ist eng mit dem Körper gekoppelt. Beide bedingen sich gegenseitig in dem, was sie tun. Damit wir das Gehirn verstehen, müssen wir es in den Kontext des Körpers stellen.”

Sind diese Grundlagen erst einmal gefunden, so erhoffen sich die Wissenschaftler, könnten neue Instrumente entwickelt werden, die den Menschen dabei helfen werden Sinn im Datenmeer zu finden.

http://ceeds-project.eu

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